Mindestbestellwert für Gratis-Versand? So verfahren Top-Shops für Fashion

Für reichlich Medien-Echo hat in diesen Tagen meine Exklusiv-Meldung gesorgt, dass Zalando gerade in 15 weiteren Märkten in Europa einen Mindestbestellwert eingeführt hat. Seit kurzem zahlen daher auch Kunden hierzulande eine Porto-Pauschale, wenn sie kleine Bestellungen bei Zalando aufgeben.

Zalando Kartons
Zalando liefert nicht mehr generell umsonst

Konkret verlangt Zalando nun gleich 4,90 Euro für eine Standard-Lieferung, wenn der Bestellwert unter 24,90 Euro liegt. Erst wenn dieser Wert bei einer Bestellung erreicht wird, ist der Versand für die Kunden kostenlos.

Doch wie handhaben es eigentlich die anderen großen Fashion-Versender in Deutschland? Das wollte ich jetzt einmal genauer wissen und habe daher die Versandkonditionen der Top-Shops für Mode unter die Lupe genommen. Für diesen Beitrag untersucht habe ich insgesamt zehn deutsche Online-Shops, die ihren Schwerpunkt beim Sortiment auf Fashion legen.

Willkürlich getroffen wurde die Auswahl dabei nicht. Vielmehr habe ich mich am Ranking der größten deutschen Online-Shops orientiert, das ja die Kollegen vom EHI Retail Institute herausgeben. Aus der aktuellen Rangliste habe ich dann die Top-Shops für Fashion entnommen und in einem zweiten Schritt analysiert, welche Konditionen die jeweiligen Anbieter beim Versand aufrufen. Berücksichtigt wurden generell nur Konditionen für den Standardversand (also keine Speditions- oder Express-Lieferungen):

Online-Shop Versandkosten Mindestbestellwert Konditionen
Otto.de 2,95 Euro Versandkosten in Höhe von 2,95 Euro pro Bestellung bei Artikeln von Otto (andere Anbieter mit abweichenden Konditionen).
Zalando.de 4,90 Euro 24,90 Euro Standardlieferung ist kostenlos, wenn der Mindestbestellwert erreicht wird. Lieferungen für Plus-Kunden immer kostenlos.
Bonprix.de 4,95 Euro Porto für Haustür-Zustellung beträgt 4,95 Euro pro Bestellung, bei Zustellung an PaketShop werden nur 2,95 Euro fällig.
AboutYou.de Porto für Versand sowie Kosten für die Verpackung übernimmt About You generell für Kunden.
Tchibo.de 4,95 Euro 29 Euro Versandkosten entfallen ab 29 Euro Bestellwert. Lieferungen in Filialen sind immer kostenlos.
Baur.de 5,95 Euro Die Versandkosten je Bestellung betragen 5,95 Euro. Kunden können für 15 Euro im Jahr eine Versand-Flatrate buchen.
Soliver.de 0,99 Euro 24 Euro Für Standardlieferungen fällt eine Pauschale von 0,99 Euro an. Der Mindestbestellwert sind 24 Euro.
Breuninger.com/de 3,95 Euro 99 Euro Bestellungen ab 99 Euro gibt es ohne Versandkosten. Diese entfallen generell bei Lieferungen in eine Filiale und bei Bezahlung mit der Breuninger Card.
Esprit.de 0,99 Euro 24 Euro Esprit liefert generell erst ab einem Bestellwert von 24 Euro.
Asos.de 5 Euro 25 Euro Standardversand kostet 5 Euro und ist ab einem Bestellwert von 25 Euro für Kunden kostenlos.

Das Ergebnis überrascht: Denn nach der Kurskorrektur von Zalando bietet mit About You jetzt nur ein einziger von den untersuchten Mode-Shops generell einen kostenlosen Versand ohne Einschränkungen an (siehe Tabelle). Asos, Breuninger und Tchibo dagegen liefern ebenfalls erst kostenlos, wenn Kunden einen Mindestbestellwert erreichen. Und bei s.Oliver und Esprit gilt zwar auch ein Mindestbestellwert. Ab diesem wird aber prinzipiell erst ausgeliefert. Selbst mit Mindestbestellwert wird daher Porto fällig.

Versandkosten fallen auch prinzipiell an, wenn Kunden bei Anbietern aus der Otto-Gruppe bestellen. Denn Versandkosten berechnen Otto, Bonprix und Baur, ohne dass sie bei einem Mindestbestellwert entfallen. Die Porto-Gebühren betragen hier zudem bis zu 5,95 Euro pro Bestellung. Umgehen können Kunden diese, wenn sie eine Versandkosten-Flatrate buchen. Bei Baur.de gibt es diese für 15 Euro im Jahr, bei Otto im Rahmen des runderneuerten Kundenprogramms Otto Up für 9,90 Euro jährlich.

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Ähnlich verfährt Zalando. Wer hier nämlich das Kundenprogramm Zalando Plus bucht, bekommt auch weiterhin seine Bestellungen generell portofrei geliefert. Denn für Plus-Mitglieder bleibt der Versand kostenlos, auch wenn der Bestellwert unter der neu eingeführten Grenze von 24,90 Euro liegt. Wer sich diesen Vorteil sichern will, kann die Flatrate zu einer Jahrespauschale von 15 Euro buchen. Zusätzlich verspricht Zalando weitere Mehrwerte wie eine persönliche Stilberatung für Nutzer von Zalando Plus.

Interessant also, dass der Mindestbestellwert bei Zalando solche Wellen schlägt. Denn bedingungsloser Gratis-Versand ist bei Fashion-Shops mehr Ausnahme als Regel. Allerdings hat Zalando es ja lange Zeit anders gehandhabt und offensiv damit geworben, dass der Versand prinzipiell kostenlos ist (siehe TV-Spot). Und das erklärt dann auch, warum der Mindestbestellwert nun für so viel Aufmerksamkeit sorgt.

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Über Stephan Randler 3113 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

1 Kommentar

  1. Mindestbestellwert bei neuerdings div. Firmen.
    Für mich kommen die von Ihnen genannten Firmen, außer Breuninger , habe eine Breuningerkarte,

    Mindestbestellwert bei Bestellungen einiger von Ihnen benannten Firmen.
    Außer Breuninger , habe eine Breuningerkarte, kommen für mich die von Ihnen benannten Firmen überhaupt nicht
    Infrage. Generell kaufe ich auch nur bei Ökofirmen Ware. Sie verzichten ab und an auf Versandkosten und auch bei
    Kunden, die lange Jahre bestellt haben.

    Für mich ist die Furma Breuninger am besten. Sie hat aber leider nicht oft biozertifizierte Mode.
    Aber sie hat den Chick , was bei den Ökofirmen oft fehlt.
    Es ist doch einfach ein praktisches und modisches Teil zu entwerfen.
    Aber leider ist es oft schwer, den Geschmack der Masse herauszufinden.
    Die guten Schneiderinnen sind alle verschwunden und durch die Textilkarawane arbeitslos geworden.
    Praktisch und chic ist oft schwer zu bekommen.
    Die Textilkarawane ist von Cottbus, weiter nach Rumänien, dann Bangladesh gewandert. Die guten, deutschen
    Schneiderinnen gibt es nicht mehr. Der Kunde entscheidet doch und oftmals für billig und für teure Mode, die auch
    In Billigländern gefertigt werden.

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