Cyberport plant 2014 „ausgeglichenes operatives Ergebnis“

Die Cyberport GmbH mit Sitz in Dresden hat im vergangenen Geschäftsjahr 2013 einen Jahresfehlbetrag von 2,6 Mio. Euro eingefahren, wie ich bereits gestern auf neuhandeln.de berichtet hatte. Diese Zahlen stammen aus dem Jahresabschluss zu dieser Berichtsperiode, der in Österreich veröffentlicht wurde und weitere interessante Angaben enthält.

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 Bildquelle: Screenshot

Laut dem Jahresabschluss hat Cyberport seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 1,9 Prozent auf 460,9 Mio. Euro netto gesteigert. Interessant ist das, weil der Multichannel-Händler bislang nur Angaben zum Brutto-Umsatz gemacht hat. Dieser wird auf der Website der Dresdner momentan mit einem Volumen von 548 Mio. Euro für 2013 beziffert.

Vom Gesamtumsatz von 460,9 Mio. Euro netto im Geschäftsjahr 2013 wurden 405,1 Mio. Euro in Deutschland erwirtschaftet, was einem Plus von drei Prozent zum Vorjahr entspricht (2012: 391,6 Mio. Euro). Im Ausland hat Cyberport zwar weitere 55,8 Mio. Euro umgesetzt. Zum Vorjahr hat es aber ein Minus von rund acht Prozent gegeben (2012: 60,7 Mio. Euro).

Eine „negative Sonderentwicklung“ war laut dem Bericht, dass die Handelsbeziehung mit der österreichischen Elektro-Kette Niedermeyer durch deren Insolvenz beendet wurde. Zuvor konnten Kunden in Österreich online bei Cyberport bestellen und ihre Ware in einer Filiale des Elektrofachmarkts abholen. Gestartet war die Multichannel-Kooperation Ende 2011.

Insgesamt hat Cyberport zudem zu schaffen gemacht, dass der Wettbewerb im Jahresverlauf an Schärfe zugenommen habe. So würden nach wie vor neue Online-Shops und etablierte Player wie die Media-Saturn-Gruppe mit preisaggressiven Angeboten in den Markt gehen, so dass der Wettbewerb bei Unterhaltungselektronik weiter über den Preis geführt werde.

Trotz dieses schwierigen Umfelds habe Cyberport seinen Umsatz leicht steigern können, weil drei neue Standorte eröffnet wurden und diese von den Kunden gut angenommen wurden. Zudem habe die Nachfrage in bestehenden Geschäften weiterhin zugenommen, was die Multichannel-Strategie bestätige. Wachsen konnte Cyberport auch, weil die Markenbekanntheit durch Investitionen in TV-Werbung gesteigert werden konnte.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat sich allerdings von zuvor 0,2 Mio. Euro auf -2,6 Mio. Euro verschlechtert, statt einem Jahresüberschuss von 0,1 Mio. im Jahr zuvor gab es 2013 laut dem Abschluss einen Jahresfehlbetrag von ebenfalls -2,6 Mio. Euro.

Als Gründe für das Minus nennt Cyberport, dass der massive Preisdruck aus dem Markt und die Investitionen in neue Stores und TV-Werbung das Ergebnis belastet haben. Zudem sei der Personalaufwand gestiegen, weil im Zuge der Neueröffnungen die Zahl der Mitarbeiter um 90 Personen bzw. 27,7 Prozent auf 415 Mitarbeiter stieg (ohne Auszubildende und Geschäftsführung). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um 6,16 Mio. Euro auf 28,16 Mio. Euro erhöht, was Cyberport unter anderem mit zum Teil nicht geplanten Aufwendungen für Werbung, Mieten sowie Rechts- und Beratungskosten begründet.

Für das laufende Geschäftsjahr 2014 rechnet Cyberport mit „klar steigenden Umsatzerlösen“ und einem ausgeglichenen operativen Ergebnis. Hier sei bereits berücksichtigt, dass durch die Eröffnungen von neuen Stores das Ergebnis belastet werde. In diesem Jahr hat Cyberport bereits eine Filiale in Berlin und ein Ladengeschäft in München eröffnet.

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Über Stephan Randler 2130 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr