Curated-Shopping-Deal: Outfittery und Modomoto fusionieren

Die beiden deutschen Curated-Shopping-Dienste Outfittery und Modomoto schließen sich zusammen. Das teilen die zwei Mode-Spezialisten aus Berlin mit, die ihren Zusammenschluss bis Ende des Jahres über die Bühne bringen wollen. Dann verschwindet die Versender-Marke „Modomoto“ vom Markt, da der fusionierte Curated-Shopping-Dienst künftig unter der Händler-Marke „Outfittery“ auftreten soll.

Julia Boesch
Julia Bösch und Andreas Fischer (Bild: Outfittery)

Hintergrund ist, dass die Marke „Outfittery“ nach eigenen Angaben bei der Zielgruppe bereits sehr bekannt sei. Das klingt plausibel. Schließlich wurde die Marke in den letzten Jahren immer wieder über TV-Spots beworben.

Durch den Zusammenschluss wollen die Verantwortlichen unter anderem von Skaleneffekten und Synergien bei Einkauf und Logistik profitieren. Dazu soll für die Kunden der Service weiter verbessert werden. Denn durch den Zusammenschluss kann man prinzipiell auch mehr Daten auswerten, um Männern passende Mode-Outfits nach ihrem Geschmack zu empfehlen.

Das neue Gemeinschaftsunternehmen führt Julia Bösch (siehe Foto) künftig als Chief Executive Officer (CEO), die bereits Geschäftsführerin von Outfittery ist. Das Modomoto-Management besteht aktuell wiederum aus den drei Geschäftsführern Corinna Powalla, Andreas Fischer und Mathias Fiedler. Von diesem Trio soll Fischer (siehe Foto) als Chief Strategy Officer (CSO) für Outfittery arbeiten, während Fiedler als „Director IT Architecture“ das Tech-Team unterstützt. Modomoto-Gründerin Powalla dagegen will sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen und berät das Unternehmen nach der Fusion.

Outfittery wurde 2012 gegründet und bedient Kunden in acht Ländern. Zielgruppe sind Männer von 25 bis 50 Jahren, die zwar online Mode kaufen möchten, aber keine Lust auf Shopping haben. Modomoto wiederum ist seit 2011 am Markt aktiv und bedient Kunden in der DACH-Region. Seit Frühjahr 2016 ist Modomoto ein Teil der Curated Shopping Group, zu der auch noch die Mode-Versender Cloakroom (Benelux) und Box31 (Frankreich) gehören. All diese Sub-Marken sollen nun vom Markt verschwinden.

Beim Service gleichen sich die Curated-Shopping-Dienste ohnehin. So füllen Kunden zunächst online einen Fragebogen aus, der unter anderem Wünsche zu ihrem Kleidungsstil und Größen ermittelt. Ein Stylist stellt daraufhin eine Auswahl an Kleidungsstücken zusammen, die dem Kunden bequem zur Anprobe nach Hause geschickt werden. Kunden müssen dabei nur behalten, was ihnen gefällt. Versand und Retouren sind kostenlos. Neben Stylisten beschäftigt Outfittery auch ein Tech-Team, das Daten analysiert. So kann man aus den Käufen der vergangenen Jahre ableiten, was Kunden gefallen dürfte.

„Je mehr Daten wir haben, umso effizienter können wir wachsen“, hatte Outfittery-Chefin Bösch bereits vor einem Jahr gegenüber neuhandeln.de argumentiert. Durch den Zusammenschluss kommen nun Daten von Modomoto und der „Curated Shopping Group“ dazu, was sicher ein Vorteil ist. Effizientes Wachstum dürfte auch nicht schaden. Denn laut dem zuletzt veröffentlichten Jahresabschluss hatte Outfittery im Jahr 2017 bei 44,0 Mio. Euro Umsatz einen Verlust von -7,0 Mio. Euro eingefahren.

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Über Stephan Randler 2295 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr