Buchhandel: Weltbild schließt weniger Filialen als erwartet

Ende Februar hatte die Wirtschaftswoche noch berichtet, dass rund 100 Weltbild-Filialen auf dem Prüfstand stehen würden und bei mindestens 60 Geschäften das Aus absehbar sein solle. Von den insgesamt rund 220 Filialen der Marken „Weltbild“ und „Jokers“ in Deutschland werden nun aber tatsächlich weniger Geschäfte geschlossen als die Berichterstattung erwarten ließ:

WeltbildBildquelle: Screenshot

„Im Zuge der Sanierung von Weltbild Plus wurde eine Verkleinerung des Filialnetzes beschlossen. Nach heutigem Stand werden bundesweit über den Zeitraum von einem Jahr insgesamt 53 Filialen (von insgesamt 220) geschlossen, die ersten 24 Filialen im Juli dieses Jahres. Von den Schließungen sind 293 Mitarbeiter (von insgesamt rund 1.300) betroffen. Die Einrichtung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft sowie zahlreicher weiterer Sozialleistungen ist vereinbart worden.“

Trotz der zunehmenden Bedeutung des Online-Geschäfts sei der stationäre Buchhandel noch „eine strategisch relevante Säule für Weltbild“, heißt es von offizieller Seite. Um Kunden vor Ort ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten, wolle man „eine Reihe von Maßnahmen“ durchführen. Was konkret an Neuerungen in den Filialen geplant ist, wird allerdings nicht verraten.

Das Filialgeschäft von Weltbild in Deutschland wird von der Weltbild Plus Medienvertriebs GmbH & Co. KG verantwortet, die Ende Februar ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Augsburg beantragt hatte. Alleiniger Gesellschafter von Weltbild Plus ist wiederum die Verlagsgruppe Weltbild, die bereits Mitte Januar einen Insolvenzantrag gestellt hatte.

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Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr