Beta-Phase gestartet: Das bietet der neue Online-Marktplatz von Media-Markt

Im vergangenen Jahr hatte die MediaSaturn-Mutter Ceconomy angekündigt, ihr E-Commerce-Angebot um eine Marktplatz-Lösung zu erweitern. Nun sind die ersten Partner live, die ihre Produkte online bei MediaMarkt.de anbieten. Aktuell befindet sich dieser Online-Marktplatz von Media-Markt zwar noch in der Beta-Phase. Interessant ist ein Blick auf das brandneue Marktplatz-Angebot ja natürlich trotzdem.

MediaMarkt Marktplatz
Ein Produkt eines Partners im Online-Shop von Media-Markt (Bild: Screenshot)

Angeboten von einem Handelspartner wird zum Beispiel diese Schutzhülle für ein iPad, die zudem als Ständer für das Apple-Tablet verwendet werden kann. Dabei ist direkt neben dem Artikel der Zusatz vermerkt, dass „Verkauf und Versand durch Fintie EU“ erfolgen. Es handelt sich demnach also bei der MediaMarkt-Lösung um einen offenen Marktplatz, bei dem Kunden direkt sehen, dass die Ware von einem anderen Anbieter stammt – wie es ja zum Beispiel auch bei Amazon oder Real.de üblich ist.

Allerdings kann nicht jeder Interessent direkt online verkaufen. Denn potenzielle Partner müssen sich erst einmal bei MediaSaturn melden. Anschließend nimmt der Handelskonzern dann Kontakt auf, um weitere Schritte zu besprechen. Kein schlechter Schachzug. Denn so kann MediaSaturn ausschließen, dass Partner solche Artikel anbieten, die der Konzern bereits selbst im Angebot hat. Denn das könnte dazu führen, dass es bei einem Produkt verschiedene Preise gibt und sich Anbieter dann gegenseitig unterbieten. Die iPad-Hülle von Fintie etwa wird nicht selbst von Media-Markt im Shop angeboten.

Interessant: Beim Praxis-Check war das Marktplatz-Produkt ohne Versandkosten zu bekommen, obwohl Media-Markt an sich ja 2,99 Euro (Briefversand) bzw. 4,99 Euro Porto (Paket) berechnet und daher erst ab einem Warenkorbwert von 59 Euro kostenfrei liefert. Drittanbieter sind allerdings selbst zuständig für Beschreibungen, Preise, Versand und Retouren – und können daher Produkte ohne Versandkosten anbieten. Ich habe daher zusätzlich Kopfhörer der Marke ISY in den Warenkorb gelegt, die 19,60 Euro kosten, von Media-Markt selbst angeboten werden und für 2,99 Euro verschickt werden. Beim Check-out im Online-Shop wird dann klar aufgezeigt, dass die beiden Produkte von verschiedenen Anbietern verschickt werden und deswegen voraussichtlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten eintreffen werden:

MediaMarkt Marktplatz
Das Partner-Produkt wird dem Kunden später zugestellt (Bild: Screenshot)

Eine andere Zustelloption wird Kunden bei Partner-Produkten aktuell übrigens nicht angeboten. Zwar bestellen viele Kunden online bei Media-Markt und Saturn, um die Ware anschließend vor Ort in einem Markt in ihrer Nähe abzuholen. So ein „Click & Collect“ ist aber bei Partner-Produkten nicht möglich, da Lieferung und Rückgabe – getrennt vom eigenen Geschäft – durch die Marketplace-Verkäufer erfolgen.

Das könnte sich in der Praxis noch als Hemmschuh erweisen, da bei der MediaSaturn-Gruppe allein im vergangenen Juni die Pick-up-Rate bei etwa 43 Prozent lag – also vier von zehn Bestellungen vor Ort abgeholt wurden. Wenn das jetzt nicht mehr bei allen Produkten möglich ist, könnte das Kunden vor den Kopf stoßen. Allerdings steckt der Marktplatz ja noch in der Beta-Phase mit einem „begrenzten Sortiment“ und „grundlegenden Funktionen“. Künftig will MediaSaturn auch auf dem Marketplace alle gewohnten Services bieten – gut möglich also, dass sich auch einmal die Partner-Ware abholen lässt.

Verkaufen dürfen bei MediaMarkt.de solche Händler, die ihren Unternehmenssitz in Deutschland haben und dazu hierzulande registriert sind sowie aus einem Lager in der Bundesrepublik versenden (selbst oder über einen Logistik-Dienstleister) und zudem einen „deutschsprachigen Kunden-Service mit sehr guter Erreichbarkeit“ bieten können. Transaktionen werden 21 Tage nach der Zahlungsbestätigung des Kunden zur Auszahlung an die Partner freigegeben. Hochladen lassen sich Daten unter anderem über CSV-Dateien, Excel und eine API. Voraussetzung ist, dass alle Produkte über eine EAN/GTIN verfügen.

Eine Set-up-Gebühr gibt es nicht. Händler zahlen eine monatliche Grundgebühr sowie eine Provision bei jedem Verkauf. Konkrete Zahlen nennt MediaSaturn nicht. Mit seinem Marktplatz will der Konzern sein Online-Sortiment erweitern, die Zahl der Lagereinheiten erhöhen und die Warenverfügbarkeit steigern.

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Über Stephan Randler 2630 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

6 Kommentare zu Beta-Phase gestartet: Das bietet der neue Online-Marktplatz von Media-Markt

  1. Pillepalle Marktplatz!!

    Über 40% Click und Collect ist kein positives Merkmal, sondern sagt nur aus – wer dort sucht – dann mit der Intention eben abzuholen. Wer Online kaufen will geht erst gar nicht zu Mediamarkt. Der geht zu Amazon.

    Mediamarkt hat gerade mal etwas mehr als 200’000 Besucher. Also eigentlich nichts und vor allem nichts wenn man Marktplatz sein will.
    Meine Prognose – das wird zum Rohrkrepierer.

  2. allein Conrad hat 6,7 Millionen Visitors.
    Mediamarkt als Markplatz bei ca. 230 Tausend Visitors / Monat. Mit 40% die sich für Stationärabholung interessieren. also ca. 130 Tausend als Online-Marktplatzbesucher.
    Wüsste nicht welcher 3te Partner von 100 Tausend Visitor eine Wirkung für den Aufwand spüren sollte.
    Probiert sich halt noch mal jemand an das Thema Marktplatz und Plattform. Immer noch nicht „ehrlich“ verstanden, dass die Plätze schon belegt sind ???
    Naiv!!

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