Halbjahreszahlen: AO steigert Umsatz in Deutschland nur geringfügig

Noch bis 31. März 2022 läuft das aktuelle Geschäftsjahr bei dem britischen Online-Pureplayer AO, der ja seit sieben Jahren auch mit einem eigenen Online-Shop an Kunden in Deutschland verkauft. Für die ersten sechs Monate der Berichtsperiode 2021/2022 haben die Briten kürzlich ihren Halbjahresbericht veröffentlicht, der auch Zahlen zum Deutschland-Geschäft liefert. Demnach konnte AO hierzulande im Zeitraum von 01. April 2021 bis Ende September 2021 einen Netto-Umsatz von 115 Mio. Euro erzielen.

AO.de Online-Shop
AO.de Online-Shop (Bild: Screenshot)

Zum Vorjahr entspricht das nun aber nur einem minimalen Wachstum. Denn in den ersten sechs Monaten des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes waren die Briten hierzulande ja auch schon auf einen Netto-Umsatz von 112,1 Mio. Euro gekommen. So ergibt sich nur ein Mini-Plus von lediglich drei Prozent.

Im ersten Halbjahr 2020/21 dagegen konnte AO den Deutschland-Umsatz um 82 Prozent erhöhen. Nicht zuletzt wegen Corona. Denn wegen der Pandemie hatten Verbraucher im Vorjahr generell mehr Käufe ins Internet verlagert – als ja viele Geschäfte geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet waren.

Vor diesem Hintergrund konnte AO im Vorjahr noch davon profitieren, dass sich die Umsätze aus dem stationären Einzelhandel außergewöhnlich in den E-Commerce verschoben hatten. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres dagegen wären Käufer in Deutschland nach Angaben von AO wieder zu ihren traditionellen Einkaufsgewohnheiten zurückgekehrt. Dazu habe sich der Wettbewerb verschärft.

EBITDA verschlechtert sich spürbar

„Traditionelle Einzelhändler erkennen jetzt, welche Möglichkeiten der Online-Handel bietet“, heißt es im Halbjahresbericht. Weil der Markt hart umkämpft gewesen sei, hätten sich zudem die Marketing-Kosten erhöht. Auch deshalb hat sich das EBITDA verschlechtert von zuvor -4,2 Mio. Euro auf -7,1 Mio. Euro.

Der Online-Pureplayer AO.com wurde 2000 gegründet und war bis Herbst 2014 nur in Großbritannien aktiv. Dann waren die Briten in Deutschland mit weißer Ware gestartet, heute bietet AO.de aber auch weitere Elektronik-Produkte wie Haushaltskleingeräte, Staubsauger sowie TV- und Audio-Produkte an. Im Gegensatz zu Wettbewerbern liefert AO.de seine Großgeräte über eine hauseigene Lieferflotte aus.

Bei den veröffentlichten Halbjahreszahlen von AO handelt es sich um ungeprüfte Zwischenergebnisse.

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Über Stephan Randler 3211 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.