Zalando: „Wachstum deutlich über den Erwartungen“

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Der Berliner Fashion-Versender Zalando hat im zweiten Quartal 2015 einen Netto-Umsatz zwischen 727 Mio. und 738 Mio. Euro eingefahren, wie nun die vorläufigen Zahlen besagen. Damit steht im besten Fall ein Plus von 35 Prozent in den Büchern, nachdem Zalando ein Jahr zuvor erst auf einen Quartalsumsatz von 546 Mio. Euro kam. Wie der Fashion-Versender das starke Umsatzwachstum erreichen konnte, verrät man zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht.

Zalando.deAuch im zweiten Quartal 2015 wächst Zalando wieder stark (Bild: Screenshot)

So heißt es offiziell nur, dass sich das Wachstum „deutlich über den Erwartungen beschleunigt“ habe. Dabei hätten „langanhaltende Investitionen“ in das Kundenangebot das Umsatzplus gestützt. Konkreter wird Zalando auch auf Nachfrage von neuhandeln.de nicht und verweist stattdessen auf den 13. August, an dem der Quartalsbericht mit Hintergründen erscheint.

Bleiben also vorerst nur die weiteren Zahlen, die aus dem aktuellen Trading Update der Berliner hervorgehen. Demnach rechnet Zalando für das zweite Quartal 2015 mit einem bereinigten EBIT zwischen 22 Mio. und 37 Mio. Euro (vor anteilsbasierter Vergütung).

Hier droht damit aber, dass der Vorjahreswert unterschritten wird (Q2/2014: 35 Mio. Euro). Der Hintergrund ist, dass es einen „vorübergehenden Anstieg der Payment-Kosten“ gab. Der Grund: Zalando hatte mehr Kunden einen Kauf auf Rechnung ermöglicht, was auch dem Umsatz gut getan haben dürfte. Im zweiten Schritt hatte der Fashion-Versender allerdings auch mit mehr Zahlungsausfällen zu kämpfen, was sich nun wiederum im Ergebnis niederschlägt.

Wenn die finalen Zahlen das Wachstum von 33 bis 35 Prozent für das zweite Quartal 2015 bestätigen, dann fällt das Plus noch stärker aus als im ersten Quartal. Damals konnten die Berliner ein Plus von 28,5 Prozent verbuchen und auf 643,6 Mio. Euro Umsatz wachsen.

Zalando Factsheet FinanzenÜberblick der letzten Quartalsentwicklungen bei Zalando (Bild: Screenshot)

Generell war den Berlinern im ersten Quartal ein guter Start in die Frühjahr-/Sommersaison gelungen. Dabei hatte Zalando auch das Wetter in die Karten gespielt. So hatte der starke Winter die Nachfrage nach entsprechender Bekleidung geschürt, ein normaler Frühling wiederum das Interesse an Sommer-Mode geweckt. Unterm Strich waren daher weniger Preisnachlässe notwendig als üblich, um Ware zu verkaufen. Auch deshalb wurde im ersten Quartal 2015 ein positives EBIT von 25,1 Mio. Euro erreicht (Q1/2014: -27,9 Mio. Euro).

In den vergangenen beiden Geschäftsjahren waren übrigens die ersten drei Monate immer das wachstumsstärkste Quartal für Zalando (siehe Tabelle). In diesem Jahr ist es einmal anders.

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Über Stephan Randler 2796 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

2 Kommentare

  1. Lieber Kollege,

    ein zu beachtender Aspekt der vorläufigen Ergebnisse von Zalando ist meiner Meinung nach die gesunkene EBIT-Marge. Diese begründet Zalando mit einem „vorübergehendem Anstieg der Payment Kosten“.

    Das kann doch eigentlich nur heißen, dass die Zalando-Kunden in großer Anzahl nicht ohne Mahnung ihre Rechnungen bezahlen und so erhebliche Kosten bei der Zahlungsabwicklung verursachen, oder?

    Viele Grüße

    Frank Zimmermann

Kommentare sind deaktiviert.