Zalando-Versand: „Aktuell keine Pläne“ für Porto in Deutschland

„Kostenloser Versand & Rückversand“: Dieses Kundenversprechen gilt bei Zalando seit vergangenem Herbst nur noch bedingt. Schließlich zahlen Kunden in Italien seitdem erstmals eine Porto-Pauschale von 3,50 Euro, wenn der Bestellwert unter 24,90 Euro liegt. Doch damit nicht genug. Denn vor kurzem haben die Berliner auch vergleichbare Konditionen für Kunden in Spanien, Großbritannien und Irland eingeführt. Auch hier wird nun ein Porto fällig, wenn Kunden einen Mindestbestellwert unterschreiten.

Zalando Warenkorb
Warenkörbe bei Zalando (Grafik: Zalando SE)

In Spanien werden daher jetzt Versandkosten von 2,90 Euro fällig, wenn der Bestellwert unter 24,90 Euro liegt. Bei höheren Bestellungen ist der Versand kostenlos. Ähnlich sieht es auch in Irland aus, wo es versandkostenfreie Zustellungen jetzt ebenfalls erst ab einem Bestellwert von 24,90 Euro gibt.

Wer für weniger bestellt, zahlt eine Porto-Pauschale von drei Euro. Diese beträgt wiederum in Großbritannien nun drei Pfund bei Bestellungen unter 19,90 Pfund. Auch hier gilt: Wer mehr bestellt, zahlt keine Versandkosten für seine Online-Bestellung bei Zalando.

Durch diese Neuerungen zahlen nun schon Kunden in vier von insgesamt 17 europäischen Zalando-Märkten eine Porto-Pauschale, wenn sie einen Mindestbestellwert verfehlen. Hierzulande habe man dennoch „aktuell keine Pläne“, einen Mindestbestellwert für kostenlose Lieferungen einzuführen.

„Für uns stehen die Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt“, argumentiert eine Sprecherin von Zalando auf Nachfrage von neuhandeln.de. „Deshalb bleibt der kostenlose Versand und Rückversand ein wichtiger Teil unseres Serviceversprechens.“ Der Fashion-Versender sehe allerdings, dass Kunden unterschiedlich einkaufen. Deshalb habe man nun in vier europäischen Märkten einen Mindestbestellwert eingeführt.

Zur Erinnerung: Die generelle Versandkostenfreiheit wurde in Italien im vergangenen Jahr abgeschafft, weil italienische Kunden nach Zalando-Zahlen oft nur einen Artikel pro Auftrag bestellen. Allerdings hieß es damals auf Nachfrage, dass ein ähnlicher Mindestbestellwert für kostenlose Lieferungen in weiteren Zalando-Märkten nicht geplant sei – was nun aber in Spanien, Irland und Großbritannien doch so ist.

Gut möglich daher, dass Zalando seine Versandpolitik weiter anpasst. Schließlich hat sich im Vorjahr die durchschnittliche Warenkorbgröße (nach Retouren) reduziert von zuvor 60,6 Euro (Q4/2017) auf 57,2 Euro (Q4/2018), während parallel die Zahl der durchschnittlichen Bestellungen pro aktivem Kunden gestiegen ist (siehe Grafik oben). In Italien wiederum ergibt sich seit der Porto-Umstellung ein anderes Bild: Hier haben nach eigenen Angaben zwar die Bestellungen abgenommen, zeitgleich aber ist die Warenkorbgröße gestiegen – und parallel auch der Gewinnbeitrag pro Order vor Marketing-Ausgaben.

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Warenkörbe erhöhen kann Zalando aber nicht nur über einen Mindestbestellwert, sondern auch mit Cross-Selling. Passend dazu gibt es seit einem Jahr neben Mode daher auch Beauty bei Zalando. Das zusätzliche Beauty-Sortiment wird nun erstmals über einen TV-Spot beworben. „Wir möchten Fashion-Kunden ermutigen, unsere Beauty-Produkte kennenzulernen – aber auch neue Kunden gewinnen, die sich speziell für Beauty interessieren“, erklärt Jonny Ng, Director Marketing Strategy & Campaigns.

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Über Stephan Randler 2244 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr