Weniger Umsatz, besseres Ergebnis: So lief bei Zalando das Geschäftsjahr 2023

Der Mode-Anbieter Zalando hat in dieser Woche seine Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorgestellt. Demnach kommen die Berliner im Jahr 2023 auf einen Netto-Umsatz von 10,1 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das allerdings einem Rückgang von -1,9 Prozent. Damit gibt es bereits das zweite Jahr in Folge ein Umsatzminus. Denn schon im vorletzten Geschäftsjahr 2022 hatte sich der Netto-Umsatz reduziert – wenn auch nur um -0,1 Prozent. Trotzdem musste Zalando damit erstmals ein Geschäftsjahr mit einem Umsatzminus abschließen, nachdem es seit dem Shop-Start bis dato immer ein Wachstum gegeben hatte.

Zalando
Office von Zalando (Bild: Zalando SE)

Denn im vorletzten Geschäftsjahr 2022 hatte Zalando nach eigenen Angaben bereits zu schaffen gemacht, dass nach dem Corona-Boom in den Jahren zuvor der „Rückenwind für die E-Commerce-Branche in einen konjunkturellen Gegenwind“ umgeschlagen war. Und durchwachsen war auch das Jahr 2023.

Denn laut Geschäftsbericht sind im Jahr 2023 die Online-Ausgaben für Mode weiter gesunken, weil Verbraucher wieder mehr vor Ort ausgaben. Gleichzeitig war das Marktumfeld durch ein „ungünstiges“ und „gedämpftes“ Konsumklima geprägt, wie Zalando es im Geschäftsbericht für das Jahr 2023 formuliert.

Das lässt sich gut nachvollziehen. Schließlich haben Inflation und steigende Preise ja dafür gesorgt, dass Verbraucher mehr auf ihr Geld achten. Passend dazu hat sich bei Zalando die Zahl der aktiven Kunden reduziert. So gab es zum Jahresende noch 49,6 Mio. aktive Kunden (mindestens eine Bestellung in den letzten zwölf Monaten). Zum Vergleich: Zum 31. Dezember 2022 gab es noch 51,2 Mio. aktive Kunden.

Umsatz Zalando
Entwicklung von Zalando (Quelle: eigene Angaben in Mrd. Euro; GMV wird erst ab 2017 ausgewiesen)

Verbessert hat sich dafür die Profitabilität. So wurde 2023 ein bereinigtes EBIT von 349,9 Mio. Euro erreicht, womit das Ergebnis deutlich besser ausfällt als im Vorjahr (Wert 2022: 184,6 Mio. Euro). Laut Zalando gab es zwar erhöhte Lagerbestände in der gesamten Fashion-Branche, weshalb das Jahr durch „kontinuierliche verkaufsfördernde Maßnahmen“ geprägt war. Zalando hat aber weniger in Marketing investiert und bei der Logistik die Effizienz gesteigert – etwa durch das Bündeln von Bestellungen. Die Effizienzsteigerungen und weniger Marketing-Ausgaben haben den Rückgang der Brutto-Marge laut Zalando mehr als ausgeglichen.

Reduziert hat sich neben dem Netto-Umsatz im vergangenen Jahr auch das Brutto-Warenvolumen. Dieses Gross Merchandise Volume (GMV) ist definiert als Wert aller Waren einschließlich Umsatzsteuer, die nach Stornierungen und Retouren an Kunden verkauft wurden. Diese Kennzahl berichtet Zalando, weil nicht nur die Berliner selbst als Händler aktiv sind und Mode online anbieten. Denn über das Partner-Programm von Zalando können auch andere Anbieter ihre Sortimente bei Zalando listen und verkaufen. Hier werden die Verkaufspreise vollständig im GMV abgebildet, während bei den Partner-Verkäufen nur die Provisionserträge in den Netto-Umsatz einfließen. Zudem werden die Logistik- und Marketing-Leistungen für B2B-Kunden in den Umsatzerlösen berücksichtigt, nicht aber im GMV. In dieser Kennzahl fehlen zudem noch andere B2C-Umsätze wie etwa Service- oder Express-Liefergebühren, die ebenfalls nur im Netto-Umsatz enthalten sind.

Im Geschäftsjahr 2023 ist das GMV um -1,1 Prozent auf 14,6 Mrd. Euro zurückgegangen. 2022 hatte sich das GMV noch um +3,2 Prozent verbessert, obwohl damals der Netto-Umsatz minimal gesunken war.

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