„Ideale synergetische Ergänzung“: Witt-Gruppe übernimmt Wenz von Klingel

Die Klingel-Gruppe hat erneut einen Käufer für eine Konzernmarke gefunden. So übernimmt voraussichtlich Anfang März 2024 die Witt-Gruppe aus dem Otto-Konzern die Vertriebsmarke Wenz, über die Klingel bis zum 31. Januar 2024 unter anderem Mode, Schmuck und Accessoires angeboten hatte. Die Kartellbehörden müssen dem Marken-Deal noch zustimmen, zu dem Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Neben der Vertriebsmarke aus dem Klingel-Konzern sichert sich die Witt-Gruppe auch die dazugehörige Shop-Domain.

Patrick Boos
Witt-Chef Patrick Boos (Bild: Witt-Gruppe)

Dass Wenz bald unter das Dach von Witt wandert, lässt sich gut nachvollziehen. Schließlich ist die Otto-Tochter ebenfalls auf den Textil-Handel spezialisiert und verkauft Mode über Vertriebsmarken wie Heine und Witt Weiden an Best Ager.

Und eben diese Zielgruppe – also Kunden ab einem Alter von 50 Jahren – hat zuvor ja die Klingel-Gruppe bedient. Verkauft wurden unter der Vertriebsmarke „Wenz“ dabei andere Produktmarken aus der Klingel-Gruppe wie Damen-Mode der Konzernmarken Alba Moda oder Mona, die seit kurzem auch schon neue Besitzer haben (siehe die Übersicht aller Klingel-Deals in der Tabelle unten).

Eigenmarken wurden dagegen nicht angeboten. Deshalb wird jetzt auch kein Warenbestand an die Witt-Gruppe verkauft. Diese will die Marke „Wenz“ kurzfristig übrigens nicht fortführen. Stattdessen will man Kunden von Wenz einen Kauf bei Heine nahelegen. „Wenz ist eine ideale synergetische Ergänzung für unsere Marke Heine“, argumentiert Patrick Boos (siehe Foto oben), CEO der Witt-Gruppe. Mit Heine verkauft die Otto-Tochter in der DACH-Region und Holland. Der Klingel-Konzern wiederum war mit der Vertriebsmarke „Wenz“ zuletzt in den Märkten Deutschland, Österreich, Belgien und Holland vertreten.

Marke Sortiment Neuer Eigentümer Mehr Infos
Babista Männer-Mode Vanderstorm Ventures hier
Happy Size Plus-Size-Fashion Popken Fashion Group hier
Mona Damen-Mode Bruno Bader GmbH + Co. KG hier
Mia Moda Plus-Size-Fashion Popken Fashion Group hier
Klingel Vollsortiment Bruno Bader GmbH + Co. KG hier
Vamos Gesundheitsschuhe Weltbild-Gruppe hier
Diemer Uhren & Schmuck Göde-Gruppe hier
Alba Moda Damen-Mode Goldner Fashion hier
Wellsana Gesundheitsprodukte Göde-Gruppe hier
Wenz Mode, Schmuck, Accessoires Witt-Gruppe

Wenz ist jetzt schon die zehnte Marke, von der sich die Klingel-Gruppe seit dem vergangenen Herbst trennt (alle Deals in der Tabelle oben). Denn seit Mai 2023 befindet sich mit der „K – Mail Order GmbH & Co. KG“ die Hauptgesellschaft der Klingel-Gruppe in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Ende August 2023 hatten die Pforzheimer erklärt, dass für die Gruppe kein Investor gefunden wurde und deshalb der Betrieb im Januar 2024 eingestellt wird. Dabei hieß es damals auch, dass Gespräche mit strategischen Investoren laufen, die einzelne Marken übernehmen und künftig unter eigener Regie fortführen möchten.

Die Klingel-Gruppe wurde vor einhundert Jahren gegründet. Angeboten wurden Mode und Schmuck sowie Produkte rund um Gesundheit und Home & Living für die Zielgruppe der „Best Ager“ (Kunden ab 50 Jahren), die Klingel über mehrere Versender-Marken angesprochen hatte. Zum 31. Januar 2024 hat der Konzern den Betrieb seiner Online-Shops eingestellt. Wenn eine Marke übernommen wurde, steht jetzt der neue Besitzer hinter dem entsprechenden Shopping-Angebot. Eine Ausnahme ist Alba Moda. Hier können Kunden aktuell nichts bestellen, erst im kommenden Monat soll unter der Goldner-Gruppe der Shop-Relaunch erfolgen.

Verkäufe nach wie vor möglich

Gut möglich, dass sich Klingel bis dahin von weiteren Marken trennt. Im Angebot sind noch die zwei Klingel-Marken Meyer Mode und Impressionen, deren Online-Shops derzeit offline sind. „Wir gehen davon aus, dass wir auch noch die Verkäufe der Marken Impressionen und Meyer Mode abschließen“, erklärt Klingel-Chef Cord Henrik Schmidt. Die Warenbestände wurden größtenteils abverkauft, in den nächsten Monaten soll das sonstige Anlagevermögen veräußert werden. Zum Verkauf stehen außerdem Immobilien wie das Logistikzentrum im Pforzheimer Altgefäll sowie das Hauptverwaltungsgebäude in der Sachsenstraße.

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