Quartalszahlen: Möbel-Shop Westwing spürt „geringe Verbrauchernachfrage“

Das Münchner E-Commerce-Unternehmen Westwing hat das zweite Quartal 2022 mit einem Netto-Umsatz von 103 Mio. Euro abgeschlossen. Das besagen die ungeprüften Zahlen für diesen Zeitraum. Im Vergleich zu der Vorjahresperiode hat sich der Umsatz damit allerdings um 22 Prozent reduziert. Denn im zweiten Quartal 2021 konnte der Spezialist für Möbel & Wohnen noch einen Netto-Umsatz von 132 Mio. Euro erwirtschaften.

Westwing Umsatz
Der Umsatz sinkt wieder (Grafik: Westwing)

Dass sich der Umsatz nun wieder deutlich reduziert hat, begründet Westwing mit einer „sehr geringen Verbrauchernachfrage“ im Markt für Home & Living. Ähnlich hatten die Münchner bereits im ersten Quartal 2022 argumentiert. Denn damals hatte sich der Netto-Umsatz auch schon um 20 Prozent reduziert zum Vorjahr, was Westwing mit einer „stark gedämpften Verbraucherstimmung“ begründete.

Wie bereits im ersten Quartal 2022 sinkt nun aber auch der Umsatz im zweiten Vierteljahr 2022 auf einem hohen Niveau. Denn im zweiten Quartal 2021 konnte Westwing um 19 Prozent wachsen – und ein Jahr zuvor sogar um 91 Prozent.

Damals hatte Westwing nicht zuletzt von der Corona-Pandemie profitiert. Denn nach eigenen Angaben hatte es durch Covid-19 eine „beschleunigte E-Commerce-Adaption“ bei Home & Living gegeben. Wenn man diesen Sondereffekt ausklammern will, muss man die aktuellen Quartalszahlen mit dem Vor-Corona-Niveau vergleichen – also mit den Umsätzen aus dem zweiten Quartal 2019. Und damals kam Westwing erst auf einen Netto-Umsatz von 58 Mio. Euro (siehe Grafik). Der aktuelle Quartalsumsatz von 103 Mio. Euro fällt also immer noch deutlich höher aus – auch wenn der Umsatz in dem zweiten Vierteljahr 2022 gesunken ist.

Corona hatte das Geschäft in den Vorjahren befeuert

Zurück gegangen ist neben dem Umsatz nun auch das Ergebnis. So liegt das bereinigte EBITDA im zweiten Quartal 2022 bei -2,3 Mio. Euro. Zum Vergleich: In der Vorjahresperiode hatte dieser Wert noch elf Mio. Euro betragen. Als einen Grund für den Rückgang nennt Westwing, dass die Umsätze geringer ausgefallen sind.

Westwing wurde im Jahr 2011 gegründet und ist in elf Ländern aktiv. Im Angebot sind preisreduzierte Möbel, Accessoires und Textilien, die nur einen begrenzten Zeitraum erhältlich sind oder solange der Vorrat reicht. Einsehen können diese Angebote allerdings nur registrierte Mitglieder. Bei WestwingNow werden deshalb zusätzlich Bestseller angeboten, die für alle Internetnutzer öffentlich einsehbar und regulär verfügbar sind.

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Über Stephan Randler 3153 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.