Weil Nutzer protestieren: HSE24 verwirft geschmacklosen TV-Spot

„Unglaublich, aber wahr – das gibt es bei HSE24“: Unter diesem Motto war in der vergangenen Woche eine brandneue TV-Kampagne gestartet, mit der sich der Teleshopping-Sender einmal „überraschend anders“ präsentieren und „aufmerksamkeitsstark“ in Szene setzen wollte. Das ist dem Teleshopping-Sender zwar jetzt durchaus gelungen. Allerdings wohl anders als erhofft. Denn der neue TV-Spot hat viele Verbraucher verschreckt – und wird daher von HSE24 durch eine harmlosere Version ersetzt.

Im ursprünglichen TV-Spot sind die Freundinnen Anna und Katja in einer Küche zu sehen. Dabei will Anna wissen, wo denn ihre beste Freundin Katja nun eigentlich ihr neues Kleid gekauft hat, das sie im Video trägt. Die Antwortet lautet: bei HSE24 – was aber Anna nicht glauben will. Daraufhin fragt sie ihre Freundin noch einmal, wo sie jetzt das Kleid her hat. Dabei hält sie das Haustier ihrer Freundin – den Hamster Hansi – über einen Mixer – und droht damit, das Tier in den Mixer zu werfen, wenn Katja nicht endlich verrät, woher das Kleid stammt. Katja startet daraufhin schnell den Fernseher, wo eine HSE24-Show läuft und ihr Kleid gezeigt wird – woraufhin Anna den Hamster dann auf den Boden fallen lässt:

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Aufmerksamkeitsstark ist das. Doch sollte ein Unternehmen wirklich in seiner Werbung damit drohen, Tiere zu zerschreddern? Auf der Facebook-Seite von HSE24 bewerten Nutzer den TV-Spot jedenfalls als „voll daneben“ und drohen damit, bei HSE24 „nichts mehr zu kaufen“. In der Pressemeldung zum Start hatte HSE24 zwar kurz darauf hingewiesen, dass im TV-Spot kein echter Hamster zum Einsatz kommt, sondern ein ferngesteuertes Roboter-Double. Die Macht der Bilder aber bleibt. Und hier wirbt HSE24 nun mal eben mit Menschen, die ein unschuldiges Tier in einem Mixer töten wollen. „Wer so respektlos mit Tieren umgeht, sollte ignoriert werden“, ärgert sich stellvertretend ein Verbraucher bei Facebook.

Sandra Rehm
Sandra Rehm (Bild: HSE24)

Dass HSE24 der neue Spot so um die Ohren fliegen kann, hatte man bei dem Teleshopping-Sender augenscheinlich nicht auf dem Radar. Denn mit dem TV-Spot wollte man eigentlich Fashion-Expertise und Selbstironie beweisen.

„Das neue Commercial bricht mit dem Image des Home-Shoppings und zahlt positiv auf HSE24 ein“, hatte Sandra Rehm noch zum Start geglaubt, die auch erst seit einem knappen Jahr als Chief Executive Officer (CEO) an der Spitze des Unternehmens steht. Die neue Kampagne sollte HSE24 daher in einem neuen Licht präsentieren und die Wahrnehmung nachhaltig verändern.

Das ist HSE24 nun auch durchaus gelungen – allerdings wohl nicht so wie erhofft. Der Verkaufssender hat jedenfalls „quasi über Nacht“ eine neue Version produziert, bei der Anna nun ein Smartphone in den Mixer werfen will – statt wie bisher Hamster Hansi. Damit habe HSE24 seine „Hamsterkrise“ gelöst:

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Seit die neue Variante zu sehen ist (siehe zweites Video), hat sich nach Angaben von HSE24 zwar wieder die Stimmung „sehr schnell gedreht“. Ein Beigeschmack bleibt trotzdem. Denn Selbstironie hin oder her: Wer in seiner Werbung damit droht, Tiere zu töten, überschreitet eine Grenze. Umso unverständlicher, wer so einen Spot konzipiert und wie so etwas tatsächlich noch freigegeben wird. Verbrochen hat das geschmacklose Konzept übrigens die Werbeagentur Jung von Matt/SAGA – mit der Führung von HSE24.

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Über Stephan Randler 2626 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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