Weihnachtsgeschäft: Verbraucher geben erneut weniger im Internet aus

Interessante Zahlen zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft kommen in diesen Tagen vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH). Denn nach einer aktuellen Verbraucherbefragung haben zwar Konsumenten in Deutschland von Anfang Oktober bis Ende November 2023 insgesamt Waren im Wert von 15,4 Mrd. Euro brutto online bestellt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das nun aber spürbar weniger.

Martin Groß-Albenhausen
Martin Groß-Albenhausen (Bildquelle: BEVH)

Denn im Oktober und November 2022 hatten Verbraucher hierzulande ja noch 16,7 Mrd. Euro brutto für Waren im E-Commerce ausgegeben, wie der Verband damals ermittelt hatte. Im Vergleich dazu fällt daher der E-Commerce-Umsatz vor Weihnachten jetzt um -7,7 Prozent geringer aus als im Vorjahreszeitraum.

Bereits im Vorjahr hatten sich die Online-Umsätze vor Weihnachten reduziert. Damals hatte der BEVH sogar ein zweistelliges Minus ermittelt. Im Vergleich dazu fällt dieses Minus jetzt zwar nicht mehr so stark aus. Dennoch geben die Deutschen zu Weihnachten nun erneut weniger im Internet aus als im Vorjahr.

Das wundert die Verantwortlichen der Verbraucherstudie nicht. „Verbraucher haben sich noch im Oktober zurückgehalten und dann bei stark rabattierten Produkten zugegriffen“, beobachtet beispielsweise Martin Groß-Albenhausen (siehe Foto oben), stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim E-Commerce-Verband aus Berlin. „Selbst hohe Bestellzahlen führen dann unterm Strich immer noch nicht zu realem Wachstum.“

Umsätze im E-Commerce
Erhebungszeitraum ist Oktober/November des jeweiligen Jahres; Angaben in Mrd. Euro (Quelle: BEVH)

Etwas Positives haben die aktuellen Marktzahlen dennoch. Denn in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres hatten sich die Online-Umsätze jeweils zweistellig reduziert und waren in dem dritten Quartal 2023 sogar unter das Umsatzniveau des Vor-Corona-Jahres 2019 gesunken. Im Vergleich dazu fällt das Minus im Oktober und November 2023 mit einem einstelligen Umsatzrückgang von -7,7 Prozent geringer aus. „Die Konsumbereitschaft zum Fest fällt damit nicht so schlecht aus, wie mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf zu erwarten war“, beobachtet der Verband immerhin. Doch ob das wirklich ein Trost ist? Unterm Strich sieht der BEVH derzeit nämlich Umsatzrückgänge bei allen Warengruppen, wie diese Detail-Auswertung zeigt.

Für seine Studie befragt der BEVH jährlich von Januar bis Dezember insgesamt 40.000 Privatpersonen aus Deutschland ab 14 Jahren dazu, was sie ausgeben. Bei den ermittelten Zahlen handelt es sich deshalb auch um die Artikelpreise, die Verbraucher für ein Produkt bezahlen (also Brutto-Umsätze mit der Mehrwertsteuer).

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