„Tchibo Fitness“: Kaffee-Röster startet exklusives Paid-Content-Angebot

Der Kaffee-Röster Tchibo ergänzt seinen Online-Shop um das nächste interessante Angebot. Nachdem die Hamburger aber zuletzt ihr Sortiment um Miet-Mode ergänzt hatten („Tchibo Share„), liegt nun der Fokus auf Inhalten. So bietet Tchibo ab sofort ein virtuelles Fitness-Studio, über das Verbraucher jetzt Videos für persönliche Workouts abrufen können. Diesen Schritt geht Tchibo aus mehreren Gründen.

Tchibo Fitness
Das neue Fitness-Portal (Bild: Screenshot)

Zum einen würde generell das Geschäft mit Online-Kursen für Fitness-Programme in Deutschland zunehmend anziehen. Zum anderen will Tchibo mit dem zusätzlichen Content sein Online-Angebot sinnvoll abrunden – denn Verbraucher können bei Tchibo ja auch Sport-Bekleidung kaufen.

Passend dazu gibt es nun 700 verschiedene Online-Kurse, die Fitness-Fans online auf Fitness.Tchibo.de abrufen können. Damit erschließt sich Tchibo auch ein neues Erlösmodell, da es sich bei den Angeboten um Paid Content handelt und Nutzer für die Trainingsinhalte bezahlen müssen.

Nutzer zahlen dabei eine monatliche Pauschale zwischen 7,99 Euro und 13,99 Euro. Anschließend können Nutzer auf alle Inhalte zugreifen, die online bei Tchibo hinterlegt sind. Je länger sich Nutzer an Tchibo binden, umso günstiger wird die monatliche Pauschale. Die Inhalte liefert aber nicht Tchibo, sondern die Heidelberger „FitnessRaum.de GmbH“. Diese ist auf Online-Trainings spezialisiert und betreibt auf FitnessRaum.de ein vergleichbares Angebot. Damit sich die Anbieter nicht gegenseitig kannibalisieren, werden für Tchibo exklusive Kurse entwickelt. Wie sich die beiden Partner die Einnahmen teilen, wird nicht verraten. Sicher ist aber: Tchibo will an Impulskäufen verdienen.

So sollen Verbraucher nämlich Produkte wie Hanteln oder Pulsmesser sowie Bekleidung bei Tchibo bestellen, wenn sie die Online-Kurse abrufen. Denn in den für Tchibo produzierten Videos tragen die Trainer auch Funktionsbekleidung aus Tchibo-Kollektionen und nutzen zudem Sportgeräte aus dem Tchibo-Sortiment. Wenn Nutzer die Videokurse abrufen, werden diese Produkte unterhalb der Clips angezeigt, wo Nutzer die Artikel dann in ihren Warenkorb legen oder zum Shop wechseln können.

Das neue Kursangebot wird unter anderem als Subkategorie in der Kategorie „Sport“ im Tchibo-Shop beworben. Zusätzliche Einnahmen sichert sich der Kaffee-Röster zudem mit seinem Miet-Portal „Tchibo Share“, das vor wenigen Monaten gestartet wurde. Hier vermietet Tchibo erstmals Kinder-Mode.

Zum Start wurden auf der Website nur ausgewählte Artikel angeboten. Nach eigenen Angaben kommt der neue Miet-Service bislang aber so gut an, dass nun das Angebot weiter ausgebaut wird. So gibt es bei Tchibo Share ab sofort erstmals festliche Mode sowie Regenbekleidung und Spielzeug zur Miete.

„Baby- und Kinderkleidung wird oft nur für kurze Zeit benötigt und eignet sich daher ideal zum Mieten“, freut sich der Konzern. Kunden überzeuge zudem der Nachhaltigkeits-Aspekt, da Kleidung bei dem Miet-Portal ja wiederholt genutzt werde. Um den Verleih kümmert sich auch nicht Tchibo selbst, sondern die 2014 gegründete Relenda GmbH aus Magdeburg. Dieser Partner sollte sich mit dem Geschäft auskennen, da Relenda selbst unter Kilenda.de bereits einen eigenen Miet-Shop betreibt.

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Über Stephan Randler 2132 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr