Strategiewechsel: Zalando trennt sich von Streetwear-Spezialist Kickz.com

Der Berliner Fashion-Versender Zalando verkauft seine Tochtergesellschaft Kickz, die auf den Online-Handel mit Streetwear und Sneakern spezialisiert ist und dazu elf stationäre Geschäfte betreibt. Der Hintergrund für den Verkauf ist, dass Kickz nicht mehr zu der aktuellen Strategie von Zalando passe.

Kickz.com
Kickz-Onlineshop (Bild: Screenshot)

Denn Zalando hatte Kickz.com im Frühjahr 2017 übernommen, um so das eigene Online-Sortiment um exklusive Basketball- und Streetwear-Produkte zu ergänzen, die wiederum Kickz.com im Angebot hatte. So wollte Zalando neue Kunden gewinnen, die noch nicht bei den Berlinern bestellt hatten.

Inzwischen allerdings setzt Zalando strategisch verstärkt auf sein Partner-Programm, über das Marken an die Online-Plattform andocken können. Diese können dann auswählen, welche Produkte sie dort zu welchem Preis anbieten – während sich Zalando etwa um Payment und Service kümmert.

Durch diesen „komplementären Ansatz mit Partnermarken“ hat Zalando nach eigenen Angaben sein Sortiment seit der Kickz-Übernahme „kontinuierlich erweitern“ können, so dass es sich jetzt mit dem Angebot von Kickz „überwiegend überschneide“. Deshalb geht der Streetwear-Spezialist nun an ein Tochter-Unternehmen der Crealize GmbH aus Essen, die als Company Builder neue Business-Modelle entwickelt. Die Übernahme soll im ersten Quartal 2020 über die Bühne gehen. Der Verkauf habe „im Wesentlichen“ keine Auswirkungen auf die Mitarbeiter, Online-Shop und Filialen bleiben erhalten.

Neues gibt es von Zalando auch bei der Zustellung. Hier können Kunden im Online-Shop ab sofort erstmals von sich aus Same-Day-Delivery buchen, wenn sie ein Paket noch am selben Tag erhalten wollen. Diesen Express-Lieferdienst bietet Zalando an sich schon länger. Bislang war die Express-Lieferung aber nur denjenigen Kunden vorbehalten, die das Treueprogramm „Zalando Plus“ nutzen.

Angeboten wird der Same-Day-Service in 30 deutschen Städten. Wenn der Dienst verfügbar ist, wird die Express-Zustellung als Lieferoption im Online-Shop angezeigt. Die Premium-Lieferung kostet dann 6,90 Euro, während der Standardversand gratis ist – aber eine Versanddauer von drei bis fünf Werktagen hat. Wer öfter Ware noch am selben Tag erhalten will, soll das Plus-Programm buchen. Dafür zahlen Kunden zwar pauschal 15 Euro im Jahr – erhalten dann aber alle Premium-Lieferungen ohne Aufpreis.

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Über Stephan Randler 2658 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.