Sieben Jahre nach dem Shop-Start: Müller liefert Bestellungen endlich nach Hause

Einen Online-Shop betreibt die Drogeriemarkt-Kette Müller bereits seit sieben Jahren. Eine runde Sache war das Angebot bislang aber nicht gerade: Wer nämlich online bei Mueller.de bestellen wollte, musste sich die Ware immer zur Abholung in eine Filiale liefern lassen. Eine Lieferung nach Hause wurde den Kunden dagegen nicht angeboten. Doch damit ist nun Schluss. Zumindest bei ausgesuchten Artikeln.

Mueller Online-Shop
Müller liefert jetzt nach Hause (Screenshot)

So wirbt Müller heute Morgen in seinem aktuellen Kunden-Newsletter damit, dass ab sofort auch eine „Lieferung nach Hause“ angeboten wird (siehe den Screenshot links). Offiziell begründet wird dieser Schritt zum einen damit, dass Kunden immer mehr Käufe im Internet tätigen. Zum anderen reagiere Müller mit dem zusätzlichen Liefer-Service auf die Corona-Pandemie. Denn die Lieferung nach Hause helfe Verbrauchern nun, Kontakte zu reduzieren.

Das stimmt allerdings nur bedingt. Wer jetzt nämlich seinen gesamten Müller-Kauf ins Internet verlagern will, wird vom Liefer-Service schnell enttäuscht.

Denn nach Hause liefert Müller jetzt erst 7.000 Artikel – genau genommen Spielwaren und Parfümerie-Produkte. Bei Lego-Packungen zum Beispiel werden dann auf den einzelnen Produktseiten jeweils zwei Optionen angezeigt, die Verbrauchern im Online-Shop zur Verfügung stehen: zum einen die Abholung in der Filiale, zum anderen die Lieferung nach Hause (siehe Abbildung unten). Bei klassischen Drogerie-Artikeln wie einem Rasierer dagegen ist die zweite Möglichkeit – die Lieferung nach Hause – eingegraut.

Mueller Produktseite
Kunden können bei Artikeln nun wählen zwischen Click & Collect und einer Lieferung nach Hause (Screenshot)

Wer solche Artikel online bestellen will, kann die gewünschte Ware also weiterhin nur in einem Geschäft abholen. Für „Click & Collect“ stehen genau genommen 85.000 Artikel online zur Verfügung und damit also deutlich mehr als für eine Lieferung nach Hause. Und vor Ort fällt das Angebot mit bis zu 190.000 Artikeln in den Märkten zudem nach wie vor noch größer aus als im Online-Shop des Drogeriemarkts.

„Zentraler Meilenstein der Digitalisierungsstrategie“

Wer sich dennoch nicht entmutigen lässt und online bestellt, zahlt ab einem Bestellwert von 49 Euro keine Versandkosten. Sonst berechnet Müller eine Porto-Pauschale von 3,95 Euro. Geliefert wird mit DHL, bezahlen können Kunden per Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte und Sofortüberweisung (jeweils abgewickelt durch den Payment-Dienstleister Klarna). Die neue Lieferung nach Hause ist nach eigenen Angaben ein „zentraler Meilenstein im Rollout der Digitalisierungsstrategie“ von Müller. Langfristiges Ziel sei, den Online-Handel auszubauen und das Sortiment für den direkten Liefer-Service zu erweitern.

Mueller Online-Shop
Online-Shop von Müller (Bild: Screenshot)

So funktioniert die Filial-Abholung im Müller-Markt: Kunden können bestellen und die Ware in ihre Wunschfiliale liefern lassen. Die Lieferung ist kostenlos. Beim Bestellen nennt Müller im Shop den voraussichtlichen Abholtermin. Wenn die Bestellung abgeschlossen wird, folgt im Anschluss eine Reservierungsbestätigung per E-Mail. Danach werden Kunden über eine E-Mail benachrichtigt, sobald die Bestellung in der Filiale abholbereit ist. Wer die Ware will, muss sich bei einem Mitarbeiter melden. Dieser händigt die Lieferung aus, die sich regulär an der Kasse bezahlen lässt. Zur Abholung sind der Name und die Bestellnummer notwendig. Wenn die Ware in 14 Tagen nicht abgeholt wird, geht sie zurück ins Müller-Lager.

Das kommt nicht überraschend. Zwar ist eine Lieferung nach Hause sieben Jahre nach dem Shop-Start wirklich keine Glanzleistung. Im vergangenen Jahr hatte sich Müller aber am österreichischen Online-Handelsunternehmen Niceshops beteiligt. Und das erklärte Ziel dieser Beteiligung war gewesen, den Online-Handel von Müller gemeinsam auszubauen. Ein erster Schritt auf diesem Weg ist nun also getan.

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Über Stephan Randler 2893 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.