Rue Du Commerce beklagt „extremen Preiswettbewerb“

Der französische Online-Händler Rue Du Commerce hat ein durchwachsenes erstes Halbjahr hinter sich. Auf der einen Seite wurde in den ersten sechs Monaten diesen Jahres zwar Ware im Wert von 175,4 Mio. Euro über das ECommerce-Portal der Franzosen verkauft, was zum Vorjahr einem leichten Plus von zwei Prozent entspricht. Parallel haben sich aber die liquiden Mittel aus dem operativen Geschäft bei dem französischen Online-Händler verschlechtert.

Rue Du CommerceBei Rue Du Commerce blieb vom Umsatz nur wenig übrig (Bild: Screenshot)

Konkret steht für das erste Halbjahr 2015 ein operativer Cash Flow von -12,1 Mio. Euro in den Büchern, nachdem dieser Wert im Vorjahr mit -6,8 Mio. Euro auch schon rot ausgefallen war (siehe Tabelle). Grund für das schlechtere Ergebnis ist laut den Franzosen, dass es im ersten Halbjahr beim Handel mit Hightech-Produkten einen „extrem intensiven Preiswettbewerb“ gab.

Weitere Hintergründe verraten die Franzosen zwar auch auf Nachfrage nicht. Dafür lassen sich aber den veröffentlichen Zahlen interessante Details entnehmen. Demnach wurde im ersten Halbjahr 2015 vom gesamten Marktplatzvolumen in Höhe von 175,4 Mio. Euro ein Anteil von 118,6 Mio. Euro über eigene Verkäufe erzielt und der Rest über die Verkäufe von Partnern, die von ihren Umsätzen wiederum eine Provision an den Portal-Betreiber abführen müssen.

Dem eigenen Umsatz in Höhe von 118,6 Mio. Euro stehen dabei Kosten (Materialaufwand und andere Ausgaben) von 116,7 Mio. Euro gegenüber, was einen Überschuss von nur 1,9 Mio. Euro ergibt und einem Anteil von 1,6 Prozent am Umsatz entspricht (von Marge kann man nicht sprechen, da neben dem Materialaufwand weitere Kosten vom Umsatz weg gehen).

Kennzahlen Rue Du CommerceAktuelle Kennzahlen von Rue Du Commerce im Überblick (Bild: Screenshot)

Zum Vergleich: Vor einem Jahr haben die Franzosen in den ersten sechs Monaten nicht nur mehr Umsatz erzielt (119,2 Mio. Euro). Rue Du Commerce musste dafür auch noch weniger Geld ausgeben (Kosten: 104,4 Mio. Euro). Aus diesem Grund sind vom Umsatz nach dem Abzug von Materialaufwand und weiteren Kosten noch 14,8 Mio. Euro übrig geblieben, was einem höheren Anteil vom 12,4 Prozent am Umsatz entsprach. Die Relation zwischen Umsatz und Einkauf hat sich im Jahresvergleich damit also gleich um den Faktor 10 verschlechtert – was wiederum verdeutlicht, warum die Franzosen einen harten Preiswettbewerb beklagen.

Die eigenen Umsätze dürften sich im Jahresvergleich allerdings auch reduziert haben, weil die Franzosen im vergangenen Jahr ihr Angebot reduziert haben und sich seitdem wieder auf ihre Kernsortimente Elektronik, DIY und weiße Ware konzentrieren. Auch interessant: Die Umsätze der Handelspartner sind im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 56,7 Mio. Euro gestiegen, die Einnahmen aus Provisionen dagegen um neun Prozent auf 5,6 Mio. Euro. Das dürfte daran liegen, dass im vergangenen Jahr bei einigen Kategorien die Provisionen erhöht wurden.

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Über Stephan Randler 3152 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.