„Retail neu denken“: Das steckt hinter dem neuen Flagship-Store von Bonprix

Zu Beginn des Jahres hat die Otto-Tochter Bonprix in Hamburg einen neuen Flagship-Store eröffnet, der Kunden durch digitale Services ein „einzigartiges Shopping-Erlebnis“ bieten soll. So können Kunden vor Ort über eine Smartphone-App verschiedene Textilien zur Anprobe anfordern und direkt auf ihrem Mobilgerät bezahlen, wenn sie fündig geworden sind. Was sich Bonprix vom Format verspricht und wie das erste Feedback ist, erklärt Daniel Füchtenschnieder (Geschäftsführer Bonprix Retail) im Interview mit Winfried Lambertz vom EHI Retail Institute, wo das Gespräch zuerst hier veröffentlicht wurde.

Daniel Fuechtenschnieder
Daniel Füchtenschnieder (Bild: Bonprix)

Welche strategischen Überlegungen stehen hinter dem Konzept?

Füchtenschnieder: „Wir wollten das Thema Retail komplett neu denken. Denn trotz steigender E-Commerce-Anteile geht die Kundin nach wie vor gerne zum Shopping in die Innenstädte. Allerdings trüben einige kritische Punkte wie lange Schlangen an Umkleiden oder Kassen das Einkaufserlebnis. Wir haben uns gemeinsam mit der Otto Group also Gedanken gemacht, wie wir die Digitalisierung und unsere Expertise nutzen, um Schwachpunkte im Einzelhandel zu beheben.“

Wie sind die ersten Erfahrungen nach der Eröffnung des Hamburger Pilot-Stores?

Füchtenschnieder: „Die Resonanz ist sehr positiv. Insgesamt decken sich die ersten Rückmeldungen mit unseren Erfahrungen aus der Testphase: Viele Kundinnen haben Spaß an dieser neuen Art des Shoppens, und insbesondere der Komfort des Kabinen-Erlebnisses wird als Highlight genannt.“

Was sind die ersten Learnings?

Füchtenschnieder: „Die Kundinnen wollten die Artikelpreise auch im Fitting-Room auf dem Screen sehen. Das haben wir veranlasst. Und es gibt jetzt einen „Welcome Desk“, um die Kundinnen noch mehr „abzuholen“ bei ihrer möglicherweise ersten Begegnung mit unserem neuartigen Konzept. Die Anregungen der Kundinnen sind für uns und die Weiterentwicklung des Pilot-Stores äußerst wertvoll.“

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wenn Kunden den Store betreten, wird mit der Bonprix-App ein persönliches Shop-Ticket erstellt. In den Einkaufskorb der App werden alle Textilien gebucht, die Kunden im Geschäft interessieren. Dazu müssen Nutzer die QR-Codes scannen, die sich an der Mode befinden. Dabei dürfen Kunden wählen, in welcher Größe sie ein Kleidungsstück haben möchten. Denn im Geschäft gibt es jeden Artikel nur in einer Größe. So will man Kunden „das Wühlen nach der richtigen Größe“ ersparen. Die gewünschten Größen werden in eine Umkleide gebracht. Alle Textilien haben einen RFID-Chip. Mode kommt daher in den Warenkorb der App, wenn Kunden sie aus der Kabine mitnehmen. Wer seinen Kauf mit PayPal in der App vor Ort bezahlt, kann den Store direkt verlassen – ohne lästiges Schlangestehen an der Kasse.

neuhandeln.de PS: Verpassen Sie nicht mehr, was den Online-und Multichannel-Handel bewegt! Unser kostenloser Info-Dienst liefert Ihnen jede Woche alle neuen Beiträge am Freitag Abend per E-Mail in Ihr Postfach. Aktuell. Bequem. Zuverlässig. Dazu gibt es nur für Abonnenten unseres Newsletters regelmäßig Goodies wie Verlosungen von Tickets oder Rabatt-Codes für Veranstaltungen.

Über 4.534 Kollegen aus dem Online- und Multichannel-Handel sichern sich so schon ihren Wissensvorsprung. Jetzt gleich anmelden:

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung. Die Einwilligung lässt sich jederzeit widerrufen. *Pflichtfeld

Über Stephan Randler 2199 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*