Quelle auf Wachstumskurs: „Geschäfte laufen sensationell gut“

Rundes Jubiläum: Vor 90 Jahren wurde am 26. Oktober 1927 das Versandhaus „Quelle“ von Gustav Schickedanz in Fürth gegründet. Inzwischen ist die Traditionsmarke beim Hamburger Otto-Konzern gelandet, wo sich die Österreich-Tochter Unito um das Versandgeschäft kümmert – und zwar mit zunehmendem Erfolg, wie Unito-Chef Harald Gutschi im Gespräch mit neuhandeln.de berichtet.

Harald Gutschi
Harald Gutschi (Bild: Unito)

Demnach erzielt die Unito-Gruppe aktuell nicht nur einen Brutto-Umsatz in einer dreistelligen Millionenhöhe mit der Händler-Marke Quelle, die aktuell über Online-Shops in Deutschland (Start: 2013), Österreich (2011) und der Schweiz (2010) erreichbar ist.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/2018 (Ende: 28. Februar) konnte Quelle über alle drei Ländermärkte im Schnitt außerdem zweistellig um zehn Prozent zulegen und damit nach Angaben der österreichischen Unito-Gruppe „doppelt so stark wie der Markt“ wachsen.

„Wir sind sehr zufrieden und übertreffen leicht unsere Pläne und Ziele“, freut sich Unito-Chef Gutschi über das Wachstum (siehe Foto). „Wir haben mit Quelle den Sprung in die Digitalisierung geschafft.“

Das Geschäft boomt ihm zufolge gleich aus mehreren Gründen. So steigt bei Quelle.de derzeit unter anderem die Nachfrage nach Haushaltsgeräten, weil Kunden diese Produkte generell zunehmend online bestellen und nicht mehr so oft im stationären Einzelhandel kaufen. Hier könne Quelle.de dann im Konkurrenzkampf mit Amazon & Co. punkten, weil man „kundennahe Servicevorteile“ biete – unter anderem eine Altgerätemitnahme, einen Aufbau- und Anschluss-Service sowie eine Lieferung in 24 Stunden, die seit Anfang 2017 prinzipiell Kunden in Österreich angeboten wird – ohne Zusatzkosten.

Interessant: Schnelle Lieferungen und Service-Leistungen wie Aufbau und Anschluss bieten zwar auch Wettbewerber. Quelle könne sich allerdings durch „die persönliche Betreuung“ von der Konkurrenz abheben. „Quelle begeistert die Kunden menschlich und technologisch“, argumentiert Gutschi. „Die Marke ist voll intakt und hat Millionen Fans im DACH-Raum.“ Um diese weiter zu bedienen, wird das Sortiment ausgebaut. Aktuell gibt es bereits rund 30.000 zusätzliche Artikel pro Monat in den Stamm-Sortimenten Technik und Möbel. Das Sortiment soll aber nicht nur tiefer, sondern auch breiter werden: Nächstes Jahr sollen die Quelle-Shops bereits eine Auswahl von einer Million Artikeln bieten.

Weiteres Wachstum verspricht zudem die Internationalisierung. „Unser Ziel ist eine Expansion, wenn wir in allen Märkten profitabel sind“, berichtet Gutschi. Da Quelle in Österreich und der Schweiz bereits länger aktiv ist, sind die Marken dort schon profitabel. In Deutschland soll der Break-Even in diesem Jahr erreicht werden. Danach wäre ein Start in Italien oder Osteuropa möglich. Bis es soweit ist, kann es aber noch dauern. „Wir haben ein Luxus-Problem“, argumentiert der Quelle-Chef. „Die Geschäfte laufen einfach sensationell gut und wir haben alle Hände voll zu tun. Wir wollen uns nicht übernehmen.“

Der Otto-Konzern hatte die Quelle-Marke vor sechs Jahren übernommen und zunächst unter Quelle.de einen Online-Marktplatz gestartet, auf dem andere Händler unter ihrem Namen eigene Sortimente angeboten hatten – wie bei Amazon und eBay. Dieser Online-Marktplatz kam aber nicht in Schwung, weil zunächst nur wenige Händler auf dem Portal aktiv waren. Dadurch wiederum fehlte für Kunden ein breites Sortiment. Und weil dann die Kunden ausblieben, kamen auch keine weiteren Händler dazu. So wurde Quelle.de zu einem Online-Shop mit eigenem Sortiment, den jetzt die Unito-Gruppe betreut.

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