Praxis-Check: Was das neue Magazin von Outfittery leistet

Print kommt wieder zunehmend in Mode – auch beim Berliner Start-Up Outfittery, das nicht einmal zwei Jahre nach dem Start seine Kunden nun auch mit Magalogen ansprechen will:

„Das OUTFITTERY Magazin wurde entwickelt, um es Kunden noch einfacher und bequemer zu machen sich inspirieren zu lassen. Redaktionelle Inhalte werden auch Star-Styles und Behind-the-Scene-Stories sein, die den Kunden Einblicke in den Mode- und Beratungsalltag von OUTFITTERY geben. Alle Outfits können direkt aus dem Magazin bestellt werden.“

Das Print-Magazin steht auch in einer Online-Variante zur Verfügung, so dass man die Stärken und Schwächen der Erstausgabe im Detail analysieren kann. Was sofort auffällt: Sowohl auf dem Titelbild (links unten) als auch auf der Rückseite (rechts unten) fehlt eine Vorteilsargumentation, in der Kunden handfeste Gründe zum Bestellen genannt werden. Man kann entgegnen, dass das Magazin an Bestandskunden geht und diese den Händler bereits kennen. Es dürfte aber kaum schaden, die zentralen Kundenvorteile aufzuzählen – wie es auch online der Fall ist („Persönliche Beratung“,“Kostenloser Hin- und Rückversand“, „Kein Abo“).

Outfittery01Bildquelle: Screenshot

Schön gelungen ist, wie Outfittery auf den ersten Seiten im Magalog den Bestellprozess übersichtlich in drei Schritten erklärt (siehe unten links). Beim Editorial auf der Seite davor ist dagegen noch Luft nach oben. So fehlt ein Hinweis dazu, welche Funktion die Autorin Julia Bösch denn bei Outfittery hat und warum gerade sie dieses Vorwort schreibt (Bösch ist Gründerin des Start-Ups). Im Editorial könnte man auch geschickt ein spezielles Angebot für Leser dieser Erstausgabe bewerben, doch diese Möglichkeit wird von Outfittery leider nicht genutzt.

Outfittery02Bildquelle: Screenshot

Rudimentär wirken auch noch die Doppelseiten, auf denen die zum Kauf zusammengestellten Outfits präsentiert werden (siehe unten). Hier fehlen leider jegliche Infos dazu, warum gerade diese Stücke ausgewählt wurden und warum der Kunde genau diese Mode tragen sollte. Bei mehreren Artikeln auf einer Seite wären die Angebote für Kunden eventuell auch einfacher zu lesen, wenn Infos zu einzelnen Teilen nicht auf jeder Seite gebündelt in einem Textblock erscheinen – sondern immer direkt neben einzelnen Produkten wie Hemd oder Hose.

Outfittery03Bildquelle: Screenshot

Unterm Strich macht die Erstausgabe aber Lust auf mehr. Warten wir daher einmal ab, wie die Kunden das Angebot annehmen und ob es weitere Ausgabe geben wird. Geplant sind zwei Magaloge pro Jahr – jeweils zum Start in die Frühjahr-/Sommer und Herbst-/Winter-Saison.

Und falls Sie sich jetzt wundern, warum bei den einzelnen Hemden und Hosen keine Größenangaben stehen: Wer bei Outfittery einkaufen will, wird im Vorfeld persönlich beraten – wobei Kunden auch ihre Größen nennen. Der Händler kennt daher bereits die passenden Größenangaben, wenn Kunden ein Outfit aus dem Magalog bestellen wollen.

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Über Stephan Randler 2263 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr