Otto-Chef Marc Opelt: „Kunden haben unseren Katalog abgeschafft“

Ende einer Ära: Im kommenden Winter veröffentlicht der Otto-Versand zum allerletzten Mal seinen gedruckten Hauptkatalog. Hintergrund für diese Entscheidung ist, dass die Kunden der Hanseaten zunehmend online einkaufen und daher immer weniger über den gedruckten Otto-Katalog bestellen.

Marc Opelt Otto
Marc Opelt (Bild: Otto)

„Unsere Kunden haben den Katalog sukzessive selbst abgeschafft, weil sie ihn immer weniger nutzen und auf unsere digitalen Angebote zugreifen“, erklärt Otto-Chef Marc Opelt (siehe Foto), der das Marketing bei dem Versender verantwortet. „Entsprechend sagen wir jetzt „tschüss“ – als Zeichen einer gelungenen Transformation vom Katalogversender zum Online-Händler.“

Es gibt aber auch noch einen zweiten Grund, der inzwischen gegen einen gedruckten Katalog für den Otto-Versand spricht. Denn der Versender hat erst vor kurzem auch sein generelles Geschäftsmodell geändert.

So setzen die Hamburger inzwischen auch auf eine Plattform-Strategie. Vor diesem Hintergrund wird das Otto-Sortiment zunehmend um Produkte erweitert, die von Drittanbietern stammen und online auf Otto.de angeboten werden. Und wenn sich das Angebot bei Otto ständig dynamisch verändert oder erweitert, kann ein gedruckter Katalog nur noch eine Momentaufnahme des Sortiments abbilden.

Nach eigenen Angaben bestellen bei Otto inzwischen 95 Prozent der knapp sieben Mio. aktiven Kunden online. Der gedruckte Katalog war zuletzt vor allem ein Marketing-Tool, um Verbraucher zu Online-Einkäufen zu inspirieren. Damit Kunden weiter solche Anstöße erhalten, wird es erstmal weiterhin kleinere Print-Formate geben. Auf Nachfrage von neuhandeln.de argumentiert der Otto-Konzern aber, dass zuletzt nur „ein niedriger einstelliger Prozentsatz“ vom E-Commerce über Print angestoßen wurde.

Daher wird am 4. Dezember 2018 als letzter Katalog die Ausgabe mit dem Frühjahr-/Sommer-Sortiment 2019 verschickt. Zwar gibt es noch kleinere Spezialformate zu Themen wie Technik und Mode. Aber auch deren Bedeutung nimmt ab, wie Otto erklärt. Demnach kaufen heute auch ältere Bestandskunden online und lassen sich vom Angebot auf Otto.de inspirieren – ohne dass es einen Print-Anstoß brauche.

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr