Otto bewirbt Online-Marktplatz, ohne von einem Marktplatz zu sprechen

„Vielfalt für alle“: Unter diesem Motto wirbt Otto.de nun für sein Online-Angebot. Die neue Kampagne umfasst dabei mehrere TV-Spots und Online-Videos, in denen verschiedene Produkte aus dem Online-Sortiment präsentiert und dabei konkret im Bild benannt werden: vom Bluetooth-Kopfhörer bis zum Sitzsack. Mit dieser Mischung will Otto zeigen, wie vielfältig das Produktangebot bei den Hanseaten ist.

Rodja Schmitz Huebsch
Rodja Schmitz-Hübsch (Bild: Otto.de)

Dass Otto in seiner neuen Kampagne jetzt sein Sortiment in den Fokus rückt, kommt nicht von ungefähr. Schließlich bauen die Hanseaten ihren Online-Shop ja zunehmend zu einem Online-Marktplatz aus. Deshalb verkaufen immer mehr externe Online-Händler ihre Sortimente online auf Otto.de.

Im Jahr 2018 konnten Verbraucher daher bei Otto.de erst unter einer Mio. Artikel wählen. Nun wirbt Otto in seiner Kampagne damit, dass es bereits über zehn Mio. Artikel gibt. Der Löwenanteil der Artikel stammt dabei von externen Händlern, die rund 7,5 Mio. der zehn Mio. Artikel anbieten.

„Unsere Plattform nimmt mittlerweile richtig Fahrt auf“, freut sich daher auch Rodja Schmitz-Hübsch (siehe Foto), Head of Campaign Development bei Otto. „Für unsere Kunden heißt das: Jeden Tag neue Produkte und damit mehr Auswahlmöglichkeiten.“ Folgerichtig also, dass Otto diesen Mehrwert nun auch in den Mittelpunkt seiner brandneuen Kampagne rückt. In den Werbeclips sind daher nicht nur verschiedene Produkte zu sehen. Mit dem Motto der Kampagne betont Otto noch einmal zusätzlich, was die Hanseaten ihren Kunden bieten – nämlich: „Vielfalt für alle“. Dadurch sollen Kunden bei Otto genau das finden, was zu ihnen passt. Das verspricht Otto jedenfalls am Ende der Clips (siehe Video).

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Das ist hübsch umgesetzt, weil den Kunden ein klarer Mehrwert versprochen wird. Und das ist eben ein großes Sortiment, das für jeden Kunden den passenden Artikel parat halten soll. Allerdings könnte man zwei Kleinigkeiten durchaus optimieren. So wirbt Otto am Ende seiner Spots mit dem Hinweis, dass es „über 10 Millionen Artikel“ gibt. Diese Zahl ist für Konsumenten aber nur bedingt aussagekräftig, weil ein Vergleichswert fehlt. Zehn Mio. Artikel sind als Zahl zum Beispiel viel, wenn die Konkurrenten nur einige hunderttausende Artikel bieten. Doch wie viele Produkte gibt es bei den Wettbewerbern? Wenn Zuschauer das nicht einschätzen können oder wissen, bleibt die nackte Zahl begrenzt aussagekräftig.

Verwunderlich ist zudem, dass Otto in seinen Clips nie von einem Marktplatz spricht. Dabei will Otto nach eigenen Angaben ja „die Produktvielfalt seines Marktplatzes in den Mittelpunkt“ stellen. Doch warum verschweigt Otto in der Werbung dann, dass es mehr Auswahl gibt, weil immer mehr externe Online-Händler bei Otto.de verkaufen? Aus Kundensicht gedacht ist das nicht. Wer nämlich bei Otto bestellt und nichts vom Marktplatz weiß, wird spätestens beim Check-out böse überrascht. Denn die Ware stammt schnell von verschiedenen Anbietern mit unterschiedlichen Versandkosten, wenn man mehrere Artikel bestellen will. Und auf vielfältige Versandkosten dürften Kunden verzichten können.

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Über Stephan Randler 3045 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.