„Negative Konsumstimmung“: Online-Umsatz der Otto-Gruppe sinkt spürbar

Die Otto-Gruppe rechnet nach eigenen Angaben damit, im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 weltweit einen E-Commerce-Umsatz von knapp 10,8 Mrd. Euro zu erwirtschaften. Das prognostiziert der Handelskonzern aus Hamburg, dessen aktuelles Geschäftsjahr am 29. Februar 2024 zu Ende geht. Laut der Prognose wird der E-Commerce-Umsatz aber spürbar sinken – und zwar um rund neun Prozent auf vergleichbarer Basis.

Sebastian Klauke
Sebastian Klauke (Bild: Otto Group)

Dieser Rückgang wundert die Verantwortlichen nicht. Schließlich haben auch die Hamburger zu spüren bekommen, dass viele Konsumenten ihr Geld zusammen halten. Diese „negative Konsumstimmung“ hat wiederum dazu geführt, dass bei den Konzernfirmen die durchschnittlichen Warenkorbgrößen gesunken sind und es „deutliche Umsatzrückgänge in einigen Geschäftsmodellen“ gegeben hat.

„Hinzu kam, dass das Weihnachtsgeschäft sowohl bei uns als auch im gesamten Markt weniger stark als erhofft verlief“, berichtet Sebastian Klauke (siehe Foto), der als Konzernvorstand für das E-Commerce-Geschäft verantwortlich ist.

In einem herausfordernden ökonomischen Umfeld sind die Online-Umsätze in Deutschland nach ersten Zahlen um etwas mehr als neun Prozent gesunken. Beim internationalen E-Commerce ist die Entwicklung quasi deckungsgleich. Hier rechnen die Hanseaten voraussichtlich mit einem Rückgang von beinahe neun Prozent. Unterschiedliche Entwicklungen zeigen sich dagegen bei den einzelnen Sortimenten. So liegen etwa die weltweiten E-Commerce-Umsätze mit Elektronik und Haushaltsgeräten im Kalenderjahr 2023 auf Vorjahresniveau, bei Fashion sowie Home & Living gibt es jetzt dagegen Umsatzrückgänge im Konzern.

Entwicklung weltweit fast deckungsgleich

Der Otto-Konzern ist weltweit im E-Commerce vertreten. Zu den bekanntesten Online-Händlern gehören in Deutschland neben dem Kernangebot Otto.de zum Beispiel noch der Shopping-Club Limango, die Mode-Marke Bonprix und der Textil-Anbieter Witt Weiden, der sich an Best Ager richtet. Im Ausland wiederum verkauft die Otto-Gruppe über Marken wie Crate&Barrel. Der E-Commerce-Umsatz der Otto-Gruppe ist netto und bereinigt um Währungskurseffekte sowie Veränderungen bei dem Unternehmensportfolio des Handelskonzerns, die sich in den beiden Geschäftsjahren 2022/2023 und 2023/2024 ergeben haben.

Schon im vergangenen Geschäftsjahr 2022/2023 hatte sich der E-Commerce-Umsatz der Otto-Gruppe auf vergleichbarer Basis verringert. Denn Inflation, Energiekrise und Ukraine-Krieg hatten bereits damals die Konsumlaune getrübt und dafür gesorgt, dass Kunden beim Online-Shopping weniger ausgegeben hatten.

Umsatz deutlich über Vor-Corona-Niveau

Obwohl sich die Umsätze nun bereits das zweite Jahr in Folge reduzieren, liegt das Umsatzvolumen immer noch deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. So war die Otto-Gruppe im Geschäftsjahr 2019/2020 erst auf einen weltweiten E-Commerce-Umsatz von acht Mrd. Euro netto gekommen – bevor der E-Commerce von einer Sonderkonjunktur profitieren konnte. Schließlich waren in den Corona-Jahren ja viele Geschäfte geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet, wodurch viele Verbraucher quasi online einkaufen mussten.

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