Online-Apotheken: DocMorris übernimmt Versandgeschäft von Apo-Rot

Die Hamburger „Apotheke am Rothenbaum“ (Apo-Rot) restrukturiert ihr Geschäft. Deshalb übergibt Gründerin und Inhaberin Birgit Dumke nun ihr Versandgeschäft an die holländische Online-Apotheke DocMorris, die wiederum seit Oktober 2012 zu der Schweizer Zur Rose Group AG gehört. Die 53-Jährige begründet diese Entscheidung unter anderem mit einem „erheblichen Wettbewerbsdruck“. Künftig will sich die Apothekerin daher nur noch auf das stationäre Geschäft in der Bundesrepublik konzentrieren.

Apo Rot Online-Shop
Online-Shop von Apo-Rot (Bild: Screenshot)

Dazu gehören neben vier eigenen Apotheken auch Partnerschaften mit 18 anderen Apotheken in Deutschland, in denen Kunden zu den Online-Preisen von Apo-Rot kaufen können. Vor Ort kann man zudem Bestellungen abholen, wenn man keine Lieferung nach Hause wünscht („Click & Collect“).

Dieser Service bleibt auch dann bestehen, wenn sich um das Versandgeschäft künftig die Rose-Gruppe kümmert. Später soll dieser Multichannel-Service zudem auf den gesamten Kundenstamm von DocMorris ausgedehnt werden, so dass auch diese Kunden ihre Bestellungen vor Ort abholen können.

Für Endverbraucher ändert sich daher zunächst einmal nichts, wenn das Versandgeschäft den Besitzer wechselt. Anders sieht es bei den Mitarbeitern von Apo-Rot aus. Zwar wird der Online-Shop von Apo-Rot weiter in Hamburg vermarktet, wozu ca. 80 Mitarbeiter aus Marketing, Service und Verwaltung in eine neue Gesellschaft übernommen werden und künftig unter dem Dach von DocMorris arbeiten.

Keine Zukunft hat dagegen das hauseigene Logistikzentrum von Apo-Rot in Hamburg-Bahrenfeld, wo derzeit etwa 370 Mitarbeiter beschäftigt sind. Denn der Plan sieht vor, dass DocMorris ab Ende 2018 den Versand für Apo-Rot im niederländischen Heerlen abwickeln wird. Hier betreibt die Rose-Gruppe schließlich bereits heute den Versand für DocMorris, weshalb man Synergie-Effekte generieren will.

Die Hälfte der 370 Mitarbeiter im Logistikzentrum von Apo-Rot hat unbefristete Verträge und soll prinzipiell innerhalb der Rose-Gruppe zu einem anderen Logistikzentrum (u.a. Heerlen) wechseln können. Für die knapp 90 Mitarbeiter der stationären Apotheken von Apo-Rot ändert sich nichts. Dem Verkauf des Versandhandelsgeschäfts müssen die Wettbewerbsbehörden noch zustimmen.

Apo-Rot wurde 2002 von Birgit Dumke gegründet. Heute führt die Pharmazeutin als eingetragener Kaufmann (e.K.) vier Apotheken in Hamburg. Die Versandsparte erzielte 2017 einen Umsatz von rund 100 Mio. Euro. Unter der Marke firmieren zudem 18 Partner-Apotheken, die aber von anderen Apothekern geführt werden. International ist Apo-Rot u.a. in Dänemark und Österreich vertreten.

Die auf den Online-Handel mit Medikamenten spezialisierte Zur Rose Group AG aus der Schweiz hatte erst im vergangenen Herbst die Versand-Apotheke Vitalsana übernommen. Durch diesen Deal wollte der Schweizer Handelskonzern seine „auf langfristiges Wachstum ausgelegte Strategie“ untermauern.

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr