Offiziell: Conrad-Gruppe beerdigt HoH und GetGoods.de

Der Multichannel-Händler Conrad schließt in Kürze seine beiden Online-Shops GetGoods.de und HoH.de (Home of Hardware). Entsprechende Medienberichte hat der Elektronik-Spezialist auf Nachfrage von neuhandeln.de bestätigt. Demnach stellt die für die beiden Online-Shops verantwortliche Conrad-Tochter Get-it-Quick ihr Geschäft bereits zum 31. Dezember ein.

GetGoods.deGetGoods.de schließt in Kürze – obwohl es nicht so aussieht (Bild: Screenshot)

Die Get-it-quick GmbH wurde erst im Dezember 2013 gegründet, als die Conrad Gruppe die beiden Online-Shops von der getgoods.de Vertriebs GmbH übernommen hatte. Hintergrund war, dass damals die GetGoods.de AG insolvent wurde und Conrad Electronic sich über einen Asset Deal die zwei Online-Shops geschnappt hatte. Seitdem wurden die beiden Portale unter ihren etablierten Vertriebsmarken fortgeführt. Das Ziel dieser Mehrmarkenstrategie von Conrad war, über die beiden Versendermarken GetGoods.de und HoH.de die Zielgruppe der „First-Mover“ anzusprechen und innovative Produkte über den Online-Handel anzubieten.

Dass die beiden Online-Shops nun geschlossen werden, hat zwei Gründe. Zum einen sei es Conrad nicht gelungen, das durch die Insolvenz der GetGoods.de AG geschädigte Vertrauen der Kunden „in ausreichendem Umfang“ zurückzugewinnen. Dazu komme noch, dass sich der Druck auf Preise und Margen im Geschäft mit Unterhaltungselektronik „verschärft“ habe.

Get-it-Quick in Zahlen: 51,9 Mio. Euro Umsatz und 5,2 Mio. Euro Verlust

Laut dem gerade veröffentlichten Jahresabschluss kam die Get-it-Quick GmbH im Jahr 2014 mit den beiden Online-Shops GetGoods.de und HoH.de zusammen zwar auf einen Netto-Umsatz von 51,9 Mio. Euro (inkl. Verkäufe über Online-Marktplätze). Die GetGoods.de AG kam aber im Geschäftsjahr 2012 – dem letzten vollen Geschäftsjahr vor der Insolvenz – noch nach eigenen Angaben auf einen Konzernumsatz in Höhe von rund 402,3 Mio. Euro. HoH.de erzielte vor der Übernahme durch GetGoods im Geschäftsjahr 2010 wiederum 61,9 Mio. Euro Netto-Umsatz. Im Vergleich zu diesen Zahlen sind die Umsätze aus dem vergangenen Jahr überschaubar.

Laut dem gerade veröffentlichten Geschäftsbericht war bereits im Jahr 2014 die Marge bei der Get-It-Quick GmbH niedrig ausgefallen, weil man eine aggressive Preispolitik fuhr, um dadurch Kunden zu gewinnen. Damals gab es bei 51,9 Mio. Euro Netto-Umsatz einen Rohertrag von 6,1 Mio. Euro, was einer Rohertragsquote von gerade einmal 11,8 Prozent entspricht. Unterm Strich stand bei der Conrad-Tochter zudem ein Jahresfehlbetrag in Höhe von -5,2 Mio. Euro.

Zum Vergleich: Die Conrad Electronic SE kam im Geschäftsjahr 2013 bei einem Netto-Umsatz von 925,6 Mio. Euro auf einen Rohertrag von 270,6 Mio. Euro, was einer Quote von 29 Prozent entsprach. Doch auch nach Angaben von Conrad stehen die Margen unter Druck, weil das Internet dem Kunden eine große Preistransparenz biete. Bei 925,6 Mio. Euro Netto-Umsatz kam Conrad im Geschäftsjahr 2013 zwar auf einen Gewinn von 20,2 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Jahresüberschuss aber noch 29,4 Mio. Euro betragen – bei nur 865,9 Mio. Euro Umsatz. Die Rendite hat sich damit von zuvor 3,4 Prozent auf 2,2 Prozent verschlechtert.

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Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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