Beim Redesign: myToys rückt Multishop-Modell in den Hintergrund

Der Multichannel-Händler myToys hat sich einen neuen Anstrich verpasst. Ab sofort gibt es deshalb bei der Otto-Tochter ein neues Logo und einen neuen Claim. Dadurch möchte myToys nach eigenen Angaben näher an seine Zielgruppe heranrücken – und das macht sich direkt beim neuen Markenversprechen bemerkbar.

myToys Logo
Das neue Logo (Bild: myToys.de GmbH)

Dieses lautet ab sofort: „Einfach alles für dein Kind“. Zuvor hatte die Otto-Tochter ihre Kunden nicht geduzt. Das alte Markenversprechen hieß daher: „Einfach alles für Ihr Kind“. Mit dem neuen Claim will myToys nun mehr Nähe schaffen. Und das sollte gelingen. Schließlich wirkt es in der Tat persönlicher, wenn Verbraucher nun geduzt werden – was sich Kunden von myToys übrigens auch gewünscht haben.

Verändert hat sich aber nicht nur die Ansprache, sondern auch das Design. So wird beim Namen von myToys im neuen Logo jetzt nur noch eine Schriftfarbe verwendet. Zuvor hatte jeder Buchstabe im Namen ja einen anderen Farbton.

Dieses kunterbunte Design hat gerade zu Beginn gut zu myToys gepasst. Schließlich hat myToys im Jahr 1999 zunächst damit begonnen, Spielwaren zu verkaufen. Und an dieses Sortiment hatte das alte Design auch direkt erinnert. Doch in den vergangenen Jahren wurde das Sortiment zunehmend erweitert. Daher bekommen Kunden bei myToys inzwischen neben Spielzeug auch Erstausstattung für Kleinkinder sowie Kinderzimmermöbel, Mode oder auch Schulbedarf. Das neue Logo soll vor diesem Hintergrund jetzt ein wertiges Design bieten, das aber trotzdem den Kern der etablierten Händler-Marke myToys bewahrt.

myToys Logos
So hat sich das Logo von myToys seit dem Start 1999 entwickelt (Grafik: myToys)

Neben dem Logo hat sich beim Redesign aber auch noch etwas anderes verändert. Das zeigt sich, wenn man jetzt den Online-Shop von myToys besucht. Denn hier konnten Kunden bislang in der Menüleiste am oberen Seitenrand in die weiteren Online-Shops Mirapodo (Sortiment: Mode) und Yomonda.de (Möbel & Wohnen) wechseln, die ebenfalls von den Berlinern betrieben werden. Denn die Otto-Tochter richtet sich an Familien, denen man eine zentrale Shopping-Plattform bieten will. Wer daher Produkte bei myToys bestellt, soll zum Beispiel noch Mode für sich selbst bei Mirapodo bestellen können. Für alle Shops gibt es einen zentralen Warenkorb. Kunden brauchen daher nur ein Konto, um in den drei Online-Shops einzukaufen.

An diesem Kombi-Shopping hält myToys weiter fest – auch wenn die unterschiedlichen Shops jetzt nicht mehr prominent in der Menüleiste beworben werden. So gibt es etwa im Footer der einzelnen Online-Shops weiterhin die Möglichkeit, zu einem anderen Angebot zu wechseln. Artikel aus allen Shops lassen sich auch nach wie vor in einen gemeinsamen Warenkorb legen. Dieses „Kombi-Shopping“ wird aber nach eigenen Angaben jetzt weniger stark beworben, um die einzelnen Shop-Marken zu stärken und weiterzuentwickeln.

Abkehr vom Kombi-Shopping möglich

Wie sinnvoll dann auf Dauer noch so ein Multishop-Modell ist, sei einmal dahin gestellt. Auf Nachfrage von neuhandeln.de stellt die Otto-Tochter passend dazu auch in Aussicht, dass man „nicht zwingend am Kombi-Shopping Konzept festhalten“ werde. Zumal ja zum Jahresende der Online-Shop Yomonda eingestellt wird und damit ein Angebot wegfällt, auf das man verlinken kann. Dass die Otto-Tochter ihre Marken weiter entwickeln muss, steht ohnehin außer Frage. Und das gilt vor allem für die Kernmarke myToys. Denn hier passt der Fokus auf Spielwaren im Namen ja immer weniger, je mehr zusätzliche Produkte die Kunden bei myToys erhalten. Mit dem aktuellen Redesign dürfte die Weiterentwicklung also nicht abgeschlossen sein.

Die myToys.de GmbH aus Berlin betreibt zum einen die drei E-Commerce-Angebote myToys, Mirapodo und Yomonda, die über das Multishop-Modell verbunden sind. Zum anderen führt der Multichannel-Händler aber auch 19 Ladengeschäfte in Deutschland unter der Vertriebslinie myToys. Vor Ort taucht übrigens in manchen Filialen noch der Hinweis auf die de-Domain in dem Logo auf, der dort an sich bereits vor Jahren gestrichen wurde (siehe Grafik oben). Zukünftig werden die Logos aber auch bei den Filialen schrittweise ausgetauscht.

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Über Stephan Randler 3152 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.