Nach Jubiläum: Weniger Neukunden für Hawesko-Versand

Bei dem auf den Weinhandel spezialisierten Hawesko-Konzern ist im ersten Quartal 2015 der Umsatz der Versandsparte um 3,1 Prozent gesunken. Zuwächse verbuchen konnten zwar der Spanienwein-Spezialist Wein & Vinos (+6,8 Prozent) plus die in Schweden aktive Wine Company (+4,4 Prozent) und der auf Edel-Weine spezialisierte Versender Carl Tesdorpf (+19,5 Prozent).

Hawesko Online-ShopHawesko konnte zuletzt vom Firmenjubiläum profitieren (Bild: Screenshot)

Parallel hat aber das Hanseatische Wein & Sekt Kontor – das als Hawesko bekannte Flaggschiff des Konzerns – eine gegenläufige Entwicklung verbuchen müssen. Insgesamt habe die Zahl der neuen Kunden im Versandgeschäft zwar ein „anspruchsvolles Niveau“ erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr wurden aber weniger Neukunden gewonnen. Auch die Anzahl der durchschnittlich georderten Flaschen nahm beim Versandgeschäft gegenüber dem Vorjahr jetzt wieder ab.

Überraschend kommt das aber nicht. Zwar konnte der Hawesko-Konzern seinem Umsatz im Versandhandel im vergangenen Geschäftsjahr 2014 um 5,3 Prozent auf 157,3 Mio. Euro netto erhöhen (siehe Grafik). Dieses Plus hatte der Konzern aber auch seinen Jubiläumsangeboten für das Hanseatische Wein- und Sekt- Kontor zu verdanken, das im vergangenen Jahr das 50-jährige Firmenjubiläum feiern durfte („50 Jahre Hawesko„). Nicht zuletzt durch den runden Geburtstag wurden über Print-Anzeigen (Paketbeilagen) und Online-Marketing im vergangenen Jahr rund 195.000 neue Kunden gewonnen. Dazu konnte der Konzern überdurchschnittlich viele Kunden im Jubiläumsjahr reaktivieren, was über alle Versendermarken zum 31. Dezember 2014 zu 711.000 aktiven Käufern führte (mind. eine Bestellung in den letzten 24 Monaten).

Von den 157,3 Mio. Euro Versandhandelumsatz aus dem vergangenen (Jubiläums)-Jahr wurden übrigens 39,8 Mio. Euro über Wein & Vinos erzielt, während Carl Tesdorpf auf 9,5 Mio. Euro kam und die Wine Company neun Mio. Euro umsetzen konnte. Addiert man die Umsätze der drei Versendermarken, so kommen sie insgesamt auf 58,3 Mio. Euro. Für die Hawesko GmbH verbleiben damit rund 99 Mio. Euro und damit der Löwenanteil bei dem Versandgeschäft.

Hawesko UmsätzeDie Konzern-Umsätze im Versandhandel waren zuletzt gestiegen (Bild: Screenshot)

Damit wird zum einen deutlich, wie wichtig die Kernmarke Hawesko für das Geschäft ist und warum es zum anderen trotz Zuwächsen bei kleineren Versendern wie Wein & Vinos im ersten Quartal 2015 bei der gesamten Versandsparte ein Minus von 3,1 Prozent gegeben hat.

Der Hawesko-Konzern ist insgesamt in drei Sparten aktiv und bedient neben Kunden im Versandhandel auch noch Verbraucher im stationären Einzelhandel (Marke: Jaques‘) und B2B-Kunden über den Großhandel. Der gesamte Konzern kam im ersten Quartal 2015 auf einen Netto-Umsatz von 105,8 Mio. Euro und einen Konzernfehlbetrag von -2,0 Mio. Euro.

Wegen der Übernahme durch den neuen Großaktionär Detlev Meyer haben im ersten Quartal 2015 einerseits Berateraufwendungen das Ergebnis des Konzerns belastet. Durch den Rückzug des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Alexander Margaritoff ist zudem der Personalaufwand um 6,8 Mio. Euro gestiegen, was vor allem an einer Personalrückstellung für Margaritoff liegt.

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Über Stephan Randler 3203 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.