Nach „Ars Habitandi“: Gründer will mit Tierfutter-Shop punkten

„Natürlich, gesund, artgerecht“: Unter diesem Motto verkauft der Spezial-Versender Sanoro, der nach eigenen Angaben auf das Online-Geschäft mit „Tierfutter in Lebensmittelqualität“ spezialisiert ist. An dem Unternehmen hat vor kurzem Geschäftsführer Detlev Beaa alle Anteile übernommen und damit die Basis für weiteres Wachstum geschaffen. Profitieren will er dabei nicht zuletzt von den Erfahrungen, die er in den vergangenen Jahrzehnten mit seinem Design-Versand „Ars Habitandi“ sammeln konnte.

Detlev Beaa
Detlev Beaa (Bild: eigenes Foto)

Zur Erinnerung: Mitte der 1990er Jahre hatte Detlev Beaa (siehe Foto) den Versandhandel „Ars Habitandi“ in Tübingen gegründet, der auf das Geschäft mit Design-Produkten und Accessoires spezialisiert gewesen ist. Nachdem im Jahr 1996 zunächst nur mit Katalogen verkauft wurde, ging fünf Jahre später der erste Online-Shop an den Start.

Mehr als zehn Jahre später hatte der 52-Jährige dann an die Klingel-Gruppe verkauft – zeitgleich wurde der Wettbewerber 1a-Versand übernommen und dessen Angebot daraufhin in das Sortiment von Ars Habitandi integriert.

Bald darauf wurde das Geschäft aber eingestellt – weil für Ars Habitandi „der tobende Preiskampf in den Portalen“ nicht zu gewinnen war. Der Sanoro-Shop hat in dieser Hinsicht bessere Perspektiven.

Denn bei Ars Habitandi konnte man Produkte kaufen, die es prinzipiell auch bei anderen Versendern gab – weshalb es zu Preiskämpfen unter den Konkurrenten kam. Bei Sanoro dagegen verkauft Beaa nun ausschließlich Tierfutter, das Metzger in seinem Auftrag exklusiv für ihn produzieren. Weil es nur Eigenmarken gibt, droht kein Preiskampf mit anderen Anbietern, die dasselbe Produkt liefern.

Vor diesem Hintergrund verkauft Beaa sein Tierfutter zum Beispiel auch bei Amazon – wo er dann der einzige Anbieter von Sanoro-Futter ist. Damit diese Ware seiner Zielgruppe bekannt wird, wirbt Sanoro mit Facebook Ads. Als Kunden adressiert Beaa aber nicht Standard-Tierhalter – sondern Menschen, deren Hunde oder Katzen kein normales Futter vertragen: zum Beispiel wegen Nierenproblemen.

Damit bewegt er sich zwar in einem Nischenmarkt, da ihm zufolge nur etwa jeder zehnte Tierhalter besonders auf die Ernährung seiner Lieblinge achten muss. Dafür ist das Geschäft aber ausgesprochen rentabel. Denn wer einmal bestellt, kauft Beaa zufolge immer wieder bei Sanoro ein. Und Retouren gibt es praktisch nicht. Weil Hund und Katze schlichtweg immer wieder Hunger haben und alles verputzen.

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