Nach „Amazon Locker“: Auch dm will mit eigenen Abholstationen punkten

Der Drogerie-Markt dm testet eine neue Lieferoption. Kunden können sich deshalb nun erstmals ihre Bestellungen aus dem Online-Shop in eine Abholstation liefern lassen, wo Verbraucher die Ware dann selbst abholen können. Das Verfahren erinnert an die Packstationen von DHL, die auf einem ähnlichen Prinzip basieren. Auch Amazon betreibt hierzulande mit den „Amazon Locker“ solche Abholstationen.

dm Abholstation
Die neue Abholstation (Bild: dm)

Während Kunden aber in DHL-Packstationen prinzipiell Sendungen von verschiedenen Händlern empfangen können, richten sich die „Amazon Locker“ ausschließlich an Kunden des US-Versandriesen. Etwas anders verhält es sich dagegen bei den Abholstationen von dm (siehe Foto).

Diese sind zwar zunächst auch auf eine einzige Händler-Marke zugeschnitten, wie man am dm-Logo auf den Boxen erkennen kann. Verbraucher können hier aber auch Sendungen von anderen Händlern empfangen. Das geht aber nur, wenn Pakete mit Hermes, DPD, GLS oder GO! versendet werden.

Sendungen von DHL dagegen bleiben außen vor. Das ist allerdings kein Wunder. Denn die Boxen lassen sich über das System der Hamburger ParcelLock GmbH bedienen, in der sich die Konkurrenten von DHL organisieren. Seit Herbst 2016 rüsten Hermes & Co. daher schon Paketkästen mit ihrem System aus, über das Verbraucher die Pakete von mehreren Zustellern empfangen können. Damit schießt ParcelLock gegen Platzhirsch DHL, der in seinen Boxen wiederum nur Sendungen von DHL zulässt.

Um die neue dm-Station zu nutzen, müssen sich Kunden daher zunächst bei ParcelLock registrieren. Danach können sie eine Abholstation als Lieferoption wählen. So will dm das stationäre Geschäft mit dem Online-Handel enger verzahnen. Denn bislang konnten sich Kunden ihre Bestellungen nur nach Hause oder – ebenfalls zur Abholung – in eine Filiale liefern lassen. Nun dagegen sollen Kunden ihren Einkauf einfach abholen statt auf den Postboten zu warten oder von Öffnungszeiten abhängig zu sein.

Bei einer Lieferung an eine Abholstation entfallen zudem die Versandkosten, die bei dm sonst 4,95 Euro pro Paket betragen. Das Verfahren befindet sich momentan allerdings noch in einer Pilotphase, so dass dm bisher deutschlandweit nur drei Abholstationen im Großraum Hamburg bietet. Hier können Kunden dann die Pakete entnehmen, wenn sie eine entsprechende App auf ihrem Smartphone installiert haben. Über diese erhält der Nutzer einen Abholcode, mit dem sich das Fach mit seinem Paket öffnen lässt.

Die Drogeriemarkt-Kette dm betreibt für Kunden in Deutschland seit Sommer 2015 einen Online-Shop. Deutsche Kunden beliefert dm inzwischen über ein Versandlager im tschechischen Bor.

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

2 Kommentare zu Nach „Amazon Locker“: Auch dm will mit eigenen Abholstationen punkten

  1. Auch der Online-Shop von dm wurde gerade optimiert, wie der Drogeriemarkt vermeldet:

    „Seit Februar 2018 können Kunden auf dm.de im Ampelsystem einsehen, ob ein Produkt aus dem Onlineshop in ihrem dm-Markt verfügbar ist. Ab kommender Woche wird ihnen zudem angezeigt, in welcher Anzahl das gewünschte Produkte dort verfügbar ist.“

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