Nach „Amazon Go“: Saturn versucht sich am ersten kassenlosen Markt

Zu Jahresbeginn hatte die MediaMarktSaturn-Gruppe angekündigt, demnächst erstmals einen Markt zu eröffnen, der völlig ohne klassische Kassensysteme auskommt. Dieser heißt nun „Saturn Express“, steht im österreichischen Innsbruck und ist ab sofort für interessierte Verbraucher geöffnet. Diese können im ersten kassenlosen Elektronik-Markt in Europa ihre Einkäufe bezahlen, indem sie eine App verwenden.

Saturn Express
Das mobile Bezahlen im neuen „Saturn Express“ (Bild: Media-Saturn)

Und das funktioniert in der Praxis so: Wer im brandneuen „Saturn Express“ einkaufen will, muss sich zunächst die gleichnamige App auf sein Smartphone laden und sich dort als Kunde registrieren. Anschließend können Kunden das gewünschte Produkt aus dem Regal nehmen und mit der App den Barcode auf der Verpackung scannen. Danach landet der Artikel im virtuellen Warenkorb der App, wo Kunden den Einkauf abschließen können.

Bezahlt wird die Ware dabei wahlweise über PayPal oder Kreditkarte. Im Anschluss können Kunden die gekauften Artikel einfach mitnehmen und den Express-Markt verlassen, ohne sich an einer Kasse anstellen zu müssen.

Technisch möglich macht das Pilotprojekt eine Kooperation mit dem Start-Up MishiPay, das die MediaMarktSaturn-Gruppe bereits seit dem vergangenen Sommer über ihr Startup-Programm Retailtech Hub fördert. MishiPay hat die mobile Anwendung entwickelt, die Kunden nicht nur das Bezahlen im Geschäft ermöglicht, sondern den Händler auch vor Diebstählen schützt. Denn erst wenn Kunden ihre Ware über die Express-App bezahlen, wird die Diebstahlsicherung deaktiviert. So hat jedes Produkt neben einem QR-Code auch einen RFID-Tag. Sobald der Kunde zahlt, wird das Tag deaktiviert. Am Ausgang alarmieren RFID-Schranken, sobald Kunden mit unbezahlter Ware den Markt verlassen.

Mit dem Pilotprojekt will der Konzern sich einmal mehr als innovatives Handelsunternehmen in Szene setzen. Dabei mag der neue „Saturn Express“ der erste kassenlose Elektronik-Markt in Europa sein. In den USA aber testet Amazon unter der Bezeichnung „Amazon Go“ schon seit über einem Jahr, wie Kunden vor Ort in einem Markt ohne Kassensysteme kaufen können. Und im direkten Vergleich wirkt das Amazon-Projekt auch deutlich smarter. Denn hier müssen Kunden keine Ware aus den Regalen nehmen, um sie selbst zu scannen. Vielmehr wird über eine Kombination aus Bildauswertung und Echtzeitverarbeitung von Daten automatisch erfasst, was ein Kunde in seinen Einkaufskorb legt.

 

Sobald der Verbraucher dann den Laden verlässt, wird automatisch sein Amazon-Konto belastet. Wie das vor Ort im Detail funktioniert, erfahren Leser von neuhandeln.de in diesem Erfahrungsbericht.

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