Mode-Handel: Neue Eigentümer für CBR Fashion Group und Triaz-Gruppe

Die auf Damen-Mode spezialisierte CBR-Gruppe wechselt den Besitzer. Konkret interessiert sich für den Textil-Anbieter der britische Investor Alteri, der auf Handelsunternehmen spezialisiert ist und bereits in Deutschland hinter dem Versandhaus Walz steht. Eine entsprechende Vereinbarung zur Übernahme wurde bereits mit dem schwedischen Investor EQT unterzeichnet, der die Gruppe seit 2007 besitzt.

Street One
Street One ist eine CBR-Marke (Bild: Screenshot)

Die Übernahme durch Alteri steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen Abschlussbedingungen. Wenn der Deal in trockenen Tüchern ist, soll der neue Eigentümer die CBR-Gruppe zu weiterem Wachstum führen. Dabei will der Textil-Spezialist von „frischen Impulsen“ profitieren, die Alteri als ein „praxisorientierter Handelsspezialist“ bieten könne. Abgeschlossen werden soll die Transaktion noch im ersten Quartal 2018.

Nach eigenen Angaben konnte die CBR-Gruppe zuletzt einen Jahresumsatz von 579 Mio. Euro erzielen und in den vergangenen Jahren beim Geschäft im E-Commerce zweistellig wachsen.

Die CBR-Gruppe ist seit dem Jahr 1980 im Modehandel mit den Marken „Cecil“ und „Street One“ aktiv, die auf Damen-Mode spezialisiert sind. Die eigenen Mode-Kollektionen erscheinen zwölf Mal im Jahr und werden sowohl im stationären Handel als auch über Online-Shops vermarktet. CBR beschäftigt aktuell über 1.200 Mitarbeiter und beliefert insgesamt über 8.300 Verkaufsstellen in 19 Ländern.

Neue Eigentümer gibt es nun auch bei der süddeutschen Triaz-Gruppe, die mit ihren Händler-Marken „Waschbär“ und „Vivanda“ auf Naturmode und ökologische Produkte spezialisiert ist. Demnach hat mit Ernst Schütz (66) der bisherige Mehrheitsgesellschafter der Freiburger Gruppe sein Unternehmen an die beiden Geschäftsführer Katharina Hupfer und Matthias Wehrle übergeben. Wehrle ist seit Herbst 2016 im Management der Versendergruppe für den kaufmännischen Bereich verantwortlich sowie für IT und Logistik. Kollegin Hupfer kümmert sich bereits seit Herbst 2015 bei dem Spezialisten für nachhaltige Produkte in der Geschäftsführung um Einkauf, Marketing und Nachhaltigkeit. Vor ihrer Berufung war der ehemalige Mehrheitsgesellschafter Schütz alleiniger Geschäftsführer der Gruppe.

Schütz möchte die Nachfolge nach eigenen Angaben so regeln, dass die Gruppe langfristig in seinem Sinn weitergeführt wird. Deshalb wurde die Gruppe an die „Artiz GmbH“ verkauft, deren Anteile zu 99 Prozent von Hupfer (44) und Wehrle (42) gehalten werden. Ein Prozent liegt wiederum bei einer so genannten „Purpose Stiftung„. Diese hat ein Vetorecht, um „Purpose-Prinzipien“ zu kontrollieren.

Der Hintergrund: Die beiden neuen Eigentümer besitzen ihre Anteile nur solange sie die Geschäfte führen. Sobald ein Eigentümer ausscheidet, kann er seine Anteile weder vererben noch verkaufen. Diese werden vielmehr von einem neuen Eigentümer ebenfalls treuhänderisch übernommen. Die Gewinne sind so nicht die Privatsache der Eigentümer, sondern verbleiben im Unternehmen. So soll die Gruppe sich selbst gehören und dadurch nicht zum „Spekulationsobjekt des Kapitalmarktes“ werden.

Die Triaz-Gruppe ist entstanden, als im Jahr 1987 die Kern-Marke „Waschbär“ gegründet wurde. Ernst Schütz hatte 2001 die Geschäftsführung übernommen und wurde 2006 Inhaber der Triaz-Gruppe. Im Zuge der Unternehmensnachfolge wurde der Esoterik-Versand „PranaHaus“ aus der Gruppe gelöst und in ein eigenes Purpose-Unternehmen umgewandelt, bei dem nun Triaz-Geschäftsführer Tobias Jerg der neue Eigentümer ist. Das Geschäft der Triaz-Marke „Vivanda“ wird dagegen zum 30. Juni 2018 beendet, damit sich der Versender ganz auf das Geschäft mit seiner Kern-Marke „Waschbär“ konzentrieren kann.

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