„Umfangreiche Überschneidungen“: Triaz-Konzern beerdigt „Vivanda“

Die süddeutsche Versender-Gruppe Triaz strukturiert ihr Geschäft um. Konkret begräbt der Spezialist für Naturmode und ökologische Produkte zum 30. Juni 2018 seine Versender-Marke „Vivanda„. Diese Entscheidung begründet der Konzern damit, dass es beim Sortiment und den Kunden „umfangreiche Überschneidungen“ mit der Kern-Marke „Waschbär“ gibt, die Verbrauchern ebenfalls Naturmode und Bioprodukte bietet. Deshalb werden die Marken vereint und alle Aktivitäten bei Waschbär gebündelt.

Vivanda Online-Shop
Der Vivanda-Shop (Bild: Screenshot)

Es hat aber auch noch einen anderen Grund, warum sich die Triaz-Gruppe von ihrer Marke „Vivanda“ verabschiedet. So berichtet die Gruppe nämlich auch, dass die Marke zuletzt hinter den Erwartungen zurück geblieben war.

Bereits im vorletzten Geschäftsjahr 2016 hatte die Marke „Vivanda“ eine deutlich negative Entwicklung verzeichnet, wie dem kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht der Triaz Beteiligungen GmbH für diese Berichtsperiode zu entnehmen ist. Damals hatten sich die Umsätze bei „Vivanda“ von zuvor 15,7 Mio. Euro (2015) auf 14,1 Mio. Euro (2016) reduziert.

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum kletterten die Umsätze bei der Kern-Marke „Waschbär“ von zuvor 53,2 Mio. Euro (2015) auf 60,2 Mio. Euro (2016). Denn die Maßnahmen zur Neuausrichtung der Marke „Vivanda“ haben nicht wie gewünscht gegriffen. So gehört die Marke „Vivanda“ zwar bereits seit 2003 zur Gruppe. Der Versender wurde aber schon 1976 gegründet und hieß zunächst „Panda-Versand“.

Als Kooperationspartner hatte Panda die Umwelt-Organisation WWF unterstützt, indem ein Teil der Verkaufserlöse in WWF-Projekte geflossen waren. 2010 wurde der „Panda-Versand“ dann in „Vivanda“ umbenannt, weil die Partnerschaft mit WWF Deutschland beendet worden war. Bereits kurz darauf waren erste Kunden zur Marke „Waschbär“ gewechselt, weshalb das Aus von „Vivanda“ nachvollziehbar ist. Entlassungen soll es dabei übrigens keine geben: Wenn die Marke „Vivanda“ verschwindet, will die Gruppe in ihre Kernmarke „Waschbär“ investieren und dazu die frei werdenden Mitarbeiter nutzen.

Der Triaz-Konzern hatte bereits im Herbst 2016 die B&W Naturpflege Fachversand GmbH in den Online-Shop von Waschbär integriert, nachdem der Öko-Konzern den B&W Versand im Dezember 2012 übernommen und das Angebot zunächst unter der Internet-Adresse Naturpflege.de geführt hatte.

Zum Konzern gehört zudem die Marke „PranaHaus„, über die Esoterik-Produkte vertrieben werden. Die Kernmarke „Waschbär“ wurde 1987 gegründet. Laut dem zuletzt veröffentlichten Konzernabschluss konnte die Gruppe mit Firmensitz in Freiburg ihren Netto-Umsatz von zuvor 77,9 Mio. Euro (2015) auf 82,7 Mio. Euro (2016) erhöhen. Der Jahresüberschuss stieg dabei von 1,6 Mio. Euro auf 2,0 Mio. Euro, weil der Konzern seine Einkaufskonditionen verbessern konnte und weniger Rabatte geboten hatte. Wachsen konnte der Konzern, weil das Marktumfeld gut war und die Nachfrage nach Öko-Ware stieg.

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