Kassenloser Markt: MediaMarktSaturn-Gruppe mit Pilotprojekt zufrieden

Anfang März hat die MediaMarktSaturn-Gruppe im österreichischen Innsbruck einen Mini-Markt ihrer Vertriebsmarke „Saturn“ eröffnet, in dem klassische Kassensysteme völlig fehlten. Kunden konnten ihre Einkäufe daher vor Ort im „Saturn Express“ nur mit ihrem Smartphone bezahlen. Nach einer Dauer von drei Monaten wurde das Pilotprojekt nun wie geplant beendet. Und das Fazit des Konzerns ist positiv.

Saturn Express
Ein Markt ohne Kassen (Bild: Media-Saturn)

„Das innovative Store-Format wurde durchweg gut angenommen und positiv bewertet“, freut sich stellvertretend Florian Gietl, der in der Handelsgruppe als Chief Executive Officer (CEO) für MediaMarktSaturn in Österreich zuständig ist. „Dieses Kundenfeedback bestätigt, dass „Saturn Express“ ein Konzept ist, das für eine breite Umsetzung weiterentwickelt werden kann.“

Für das Konzept spricht demnach aber nicht nur, dass sich Kunden nicht mehr an einer Kasse anstellen müssen. Wenn Kunden sich selbst um das Bezahlen kümmern, haben auch Mitarbeiter mehr Freiraum. So hätten Kunden auch honoriert, dass Mitarbeiter mehr Zeit für Beratung hatten.

Vor diesem Hintergrund sind weitere Pilotprojekte geplant, auf absehbare Zeit dürfte das kassenlose Bezahlen dennoch kein Standard werden. Das liegt nicht zuletzt an der Technik, die im Express-Markt verwendet wurde. Wer nämlich vor Ort kaufen wollte, musste sich zunächst eine Saturn-App auf sein Smartphone laden und dort ein Kunden-Konto anlegen. Danach konnte man das gewünschte Produkt aus dem Regal nehmen und mit der App den Barcode auf der Verpackung scannen. In der Saturn-App konnten Kunden den Kauf auf dem Smartphone abschließen und mit der Ware den Markt verlassen.

Technisch möglich machte das Pilotprojekt eine Kooperation mit dem Start-Up MishiPay, das die MediaMarktSaturn-Gruppe über ihr Startup-Programm Retailtech Hub fördert. MishiPay hat die Anwendung entwickelt, die Kunden nicht nur das Bezahlen ermöglicht, sondern Händler auch vor Diebstählen schützt: Erst wenn Kunden zahlen, wird eine Diebstahlsicherung deaktiviert. Denn jedes Produkt hat neben dem Barcode einen RFID-Tag: Wenn der Kunde zahlt, wird dieser deaktiviert.

 

Sonst alarmieren Schranken am Ausgang, wenn Kunden mit unbezahlter Ware gehen (siehe Foto). Das Problem dabei: Im Vorfeld müssen Mitarbeiter jeden Artikel vor Ort mit einem RFID-Tag ausstatten, was sehr zeitaufwändig ist. Bei kommenden Pilotprojekten will der Handelskonzern daher noch andere Bezahlverfahren erproben. Dass Investitionen in kassenlose Märkte prinzipiell sinnvoll sind, habe der erste Testlauf schließlich bewiesen. „Die positiven Zahlen bestätigen uns darin, dass die kassenlose Zahlung ein wichtiges Element wird, um die Vorteile von stationärem Einkaufen und Online-Handel miteinander zu verbinden“, betont Martin Wild, Chief Innovation Officer (CINO) der Handelsgruppe.

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