Abholstationen bei dm: Wenig Mehrwert – aber trotzdem positives Feedback

Die Drogeriemarkt-Kette dm stattet immer mehr Filialen in Deutschland mit einer Abholstation aus. Dadurch wollen die Karlsruher ihrer Kundschaft einen weiteren Multichannel-Service bieten. Denn die Abholstationen richten sich an Verbraucher, die online bei dm bestellen. Diese Kunden können beim Check-out im Online-Shop auswählen, dass ihre Bestellung in eine Abholstation eingeliefert wird. Sobald die Ware hier zugestellt wurde, können Verbraucher ihre Online-Bestellung in der Abholstation abholen und mit nach Hause nehmen.

dm Abholstation
Abholstation in einem dm-Markt (Bild: dm)

Nach einem ähnlichen Muster funktionieren bereits die Packstationen von DHL. Diese bieten Kunden allerdings mehr Vorteile als die Abholstationen von dm, wo der Mehrwert für Verbraucher überschaubar ist. Denn in Packstationen von DHL lassen sich prinzipiell ja Pakete einliefern, die über DHL zugestellt werden. Dabei spielt es keine Rolle, bei welchem Online-Shop bestellt wurde.

Die Abholstationen von dm dagegen richten sich ausschließlich an Kunden, die online bei dm bestellen. Es ist daher nicht möglich, dass sich Verbraucher auch Bestellungen aus anderen Shops in eine Abholstation von dm liefern lassen.

Die Abholstationen errichtet dm zudem direkt in seinen Märkten (siehe Foto). Abholen lassen sich daher die Pakete auch nur dann, wenn ein Markt geöffnet hat. Ein zentraler Gedanke bei Abholstationen sollte aber sein, dass Verbraucher jederzeit ihre Pakete abholen können. Das ist aber bei dm nicht möglich, wenn sich die Abholstationen direkt in den Märkten befinden. Besser wäre daher, wenn dm seine Abholstationen vor den Märkten errichtet – zum Beispiel am Parkplatz vor dem Gebäude, in dem sich ein dm-Markt befindet.

Einziger Mehrwert ist, nicht auf Mitarbeiter angewiesen zu sein

Doch selbst dann blieben die Mehrwerte überschaubar. Denn dm bietet schon länger an, dass sich Kunden ihre Online-Bestellung in einen Markt liefern lassen und dort abholen können. Dieses Click & Collect ist auch weiterhin in Märkten möglich, die keine Abholstation haben oder bekommen. Dann nämlich können Kunden ihre Bestellung aus dem Online-Shop direkt am Eingang oder im Lager bei einem Mitarbeiter abholen.

Die Abholstationen haben für Kunden daher letztlich nur den Vorteil, dass sie ihre Ware selbst entnehmen können – und bei der Abholung nicht auf einen Mitarbeiter angewiesen sind. „Über Abholstationen können Kunden ihre Bestellungen ohne Mitarbeiter in den Märkten abholen“, betont auch Sebastian Bayer, der bei dm als Geschäftsführer für Marketing und Beschaffung verantwortlich ist. Die neuen Abholstationen würden aber Click & Collect für Kunden von dm jetzt zusätzlich „schnell, einfach und kontaktlos“ möglich machen.

Resonanz nach eigenen Angaben bereits „sehr positiv“

Ihm zufolge entlasten die Abholstationen zudem nicht zuletzt auch die Mitarbeiter im Markt. Davon hat der Kunde zunächst zwar wenig. Die Marktteams hätten aber mehr Kapazitäten für die individuelle Beratung, wenn sich Click & Collect durch die Abholstationen einfacher abwickeln lässt. Möglicherweise erklärt das dann auch, warum das Feedback auf die Abholstationen laut dm-Chef Bayer bereits „sehr positiv“ ausfällt.

Momentan haben 50 Märkte eine Abholstation. Bis Mitte 2023 sollen 700 Märkte aufgerüstet sein. Damit hat im nächsten Jahr voraussichtlich jeder dritte von 2.069 Märkten in Deutschland eine Abholstation. Wer diese nutzen will, muss online bei dm.de bestellen. Beim Check-out lässt sich dann wählen, dass die Bestellung in einen Markt geliefert wird. Die Bestellung wird automatisch in eine Abholstation geliefert, wenn diese im gewählten Markt zur Verfügung steht. Nachdem die Ware in eine Abholstation geliefert wurde, erhalten Kunden per Mail einen Abholcode. Mit diesem lässt sich dann das Fach öffnen, in dem die Bestellung liegt.

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Über Stephan Randler 3113 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.