Geschäftsjahr 2016/2017: Wachstumsziele bei Sheego „klar verfehlt“

Auf neuhandeln.de hatte ich vor kurzem darüber berichtet, dass die Otto-Marke Sheego sich aus dem stationären Einzelhandel zurückzieht und ihr Shop-in-Shop-Konzept verwirft. Hintergrund ist, dass der Schwab-Versand aus dem Otto-Konzern mit seiner Plus-Size-Marke künftig ein „klarer positioniertes Sortiment“ anbieten möchte und so „passgenauer“ auf die Zielgruppe eingehen will. Kein Wunder. Denn zuletzt hatte es beim Geschäft mit der Große-Größen-Marke nicht nur im stationären Handel gekriselt.

Sheego
Sheego bietet Plus-Size-Mode (Bild: Schwab)

Das lässt sich jetzt dem Jahresabschluss für das vergangene Geschäftsjahr 2016/2017 entnehmen (Ende: 28. Februar), der erst vor kurzem veröffentlicht wurde. Demnach hat es damals einen Rückgang beim Umsatz der Plus-Size-Marke gegenüber dem Vorjahr gegeben, der sich „im hohen einstelligen Prozentbereich“ bewegt.

Damit wurde das erwartete Wachstum der Plus-Size-Marke im einstelligen Prozentbereich „klar verfehlt“, das man im Vorjahresbericht noch bei Umsatz und Kundenzahl prognostiziert hatte.

Als Gründe für die rückläufigen Sheego-Umsätze nennt der Schwab-Versand im Geschäftsbericht eine „schwache Marktentwicklung und Performance“. Auf Nachfrage heißt es zudem, dass durch eine „Neuausrichtung“ die Umsätze zurückgegangen seien. Was genau hier passiert ist, bleibt zwar im Dunkeln. Der Schwab-Versand will bei Sheego nun aber wieder den Turnaround schaffen, indem das Angebot zukünftig stärker als vertikale Modemarke positioniert wird. Generell habe die Marke nach wie vor ein großes Potenzial, was das Feedback der Kunden auch grundsätzlich immer wieder bestätige.

Aktuelle Zahlen zum Sheego-Geschäft nennt Schwab nicht. Im vorletzten Geschäftsjahr 2015/2016 konnte man mit Sheego aber erstmals einen dreistelligen Millionenumsatz erzielen. Wenn sich der Umsatz nun ein Jahr später im hohen einstelligen Bereich reduziert hat, dürfte die Plus-Size-Marke im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17 auf einen Netto-Umsatz von etwa 90 Mio. Euro gekommen sein.

Beim gesamten Schwab-Versand hatte sich der Netto-Umsatz im Geschäftsjahr 2016/2017 um 7,7 Prozent auf 250,0 Mio. Euro reduziert, was allerdings nicht überrascht. Schließlich investiert die Otto-Gruppe kaum noch in den Universalversender Schwab. So wird das vorhandene Kundenpotenzial ausgeschöpft, während parallel die Plus-Size-Marke Sheego zur wichtigsten Ertragssäule werden soll. Umso überraschender deshalb, dass es hier 2016/17 ebenfalls einen Umsatzrückgang gegeben hat.

Der Schwab Versand gehört seit 1976 zur Otto-Gruppe und verkauft über die drei Versendermarken Sheego (Plus-Size-Mode), Schwab (Universalversand) und Avendro (Mode-Exportgeschäft). Sheego wurde im Januar 2009 als Große-Größen-Marke eingeführt. Zielgruppe sind „junge, modeorientierte Frauen“ ab Größe 40, die man mit einer „trendigen Mode zu erschwinglichen Preisen“ erreichen will.

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