Fressnapf-Gruppe: Neuer Magalog soll Geschäft ankurbeln

Bei der Fressnapf-Gruppe läuft es derzeit rund. So stehen die Chancen gut, dass der Spezialist für Tierbedarf seine ursprüngliche Prognose von sieben Prozent Wachstum auf einen Brutto-Umsatz von 1,8 Mrd. Euro im Jahr 2015 sogar toppen kann – schließlich konnte Fressnapf im ersten Halbjahr 2015 um neun Prozent zulegen. Bislang wurde das Wachstum unter anderem durch TV-Spots befeuert, in denen Fressnapf sein 25-jähriges Jubiläum beworben hatte. Nun soll das Geschäft zusätzlich ein neuer Print-Magalog ankurbeln, der jetzt erstmals erscheint.

Fressnapf TierzeitKonkret erscheint der neue Magalog unter dem Titel „Fressnapf Tierzeit„, hat eine Zahl von 16 Seiten, kommt im DINA5-Format und wird in den Märkten ausgelegt. Zusätzlich steht das Magazin als PDF auch online zur Verfügung, so dass man sich direkt ein erstes Bild vom neuen Magalog machen kann. Der erste Eindruck ist dabei gleich positiv, da Fressnapf bereits auf dem Titelbild (siehe Foto links) viel richtig macht. Dort zeigt Fressnapf einen Hund in einem Körbchen und erklärt dazu über einen Störer, dass Kunden mehr Infos zum Produkt auf Seite 3 finden. Am unteren Titelrand gibt es zudem den Hinweis, dass alle Produkte aus dem Print-Matalog auch online auf der Microsite fressnapf.de/tierzeit zu finden sind.

Mit diesen Hinweisen macht es Fressnapf potenziellen Interessenten einfach, die beworbenen Produkte online zu bestellen. Diese Herangehensweise zieht sich durch den ganzen Magalog.

Fressnapf TierzeitDie Doppelseiten sind übersichtlich und klar strukturiert (alle Bilder: Fressnapf)

Das verdeutlicht ein Blick auf eine typische Doppelseite (siehe Foto oben). Hier werden immer mehrere Artikel präsentiert, etwa Kratzbäume für Katzen. Neben jedem Produkt gibt es einen Störer in Form eines kleinen Sternchens, der eine Ziffer enthält. In einem Textkasten werden die entsprechenden Ziffern dann erneut aufgelistet, zusätzlich gibt es weitere Infos zum Produkt und den Artikelpreis. Durch die Ziffern an den Produkten lässt sich immer einfach nachvollziehen, welche Produktbeschreibung im Textkasten zu welchem Artikel gehört.

Ebenfalls gut gelöst: In den Textkästen gibt es zu jedem Produkt eine siebenstellige Ziffer, mit der sich ein Artikel einfach online bestellen lässt. Diese Ziffer muss man nämlich einfach nur in die Suchmaske im Online-Shop tippen, schon gibt es den passenden Suchtreffer und der Kunde kann mit nur einem Klick die entsprechende Produktdetailseite im Shop aufrufen.

Fressnapf Magalog RückseiteWie man bestellen kann, zeigt Fressnapf auch noch einmal auf der Rückseite des Magalogs (siehe Foto links). Das ist insofern gut, da der Rücktitel neben dem Cover als aufmerksamkeitsstärkste Seite gilt und viele Versender daher ihre Bestellwege hier noch einmal deutlich aufzeigen, damit Kunden auch wirklich ohne Probleme ordern können. Leider kommuniziert hier Fressnapf aber nur, dass Kunden wahlweise online oder am Telefon bestellen können und Ware danach in einem Markt vorliegt oder nach Hause geliefert wird. Fressnapf zeigt dagegen nicht, wie man die Artikel aus dem Magalog bequem über die Ziffern online finden kann.

So ein Hinweis gehört idealerweise auf eine der ersten Seiten eines Magalogs, damit Kunden beim Weiterblättern auch sofort etwas mit den Produktziffern bei den Artikeln anfangen können. Hier verschenkt Fressnapf noch Potenzial, was aber nicht darüber hinweg täuschen soll, dass die „Fressnapf Tierzeit“ eine Blaupause für einen gelungenen Magalog darstellt.

Der Spezialist für Tierbedarf macht es jedenfalls deutlich besser als Shopping-Club Westwing, der bei seinem ersten Magalog das Bestellen deutlich schwerer macht. So fehlen hier auf dem Cover bespielsweise Hinweise dazu, wo die abgebildeten Produkte im Magalog zu finden sind. Auf Kennziffern bei Artikeln verzichtet Westwing zudem komplett, so dass man die Produkte aus dem Magalog zum Beispiel online nur findet, wenn man nach dem Produktnamen sucht.

Im Gegensatz zu Westwing verfügt Fressnapf allerdings auch schon über Print-Erfahrung. Denn seit 1995 erscheint mit dem Fressnapf Journal bereits ein Kundenmagazin, bei dem aber der Schwerpunkt im Gegensatz zur neuen Fressnapf Tierzeit auf redaktionellen Inhalten liegt und nicht auf dem Abverkauf. Das Journal ist zudem dicker (56 Seiten), hat ein DINA4-Format und ist online zudem nur in Auszügen als Leseprobe abrufbar und nicht als komplette Ausgabe.

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Über Stephan Randler 2271 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr