„Express+“: FNAC startet jetzt sein eigenes Prime-Programm

Wie verteidigt man als Online-Händler sein Geschäft, wenn Amazon zunehmend den Markt besetzt? Eine mögliche Antwort hat der französische Medienhändler FNAC parat, der jetzt in die Service-Offensive geht und seinen Kunden in Frankreich eine Versandkostenflatrate anbietet.

fnac express+Bildquelle: Screenshot

Die Konditionen: Wer pauschal 49 Euro im Jahr für den Service „fnac express+“ bezahlt, bekommt Produkte anschließend versandkostenfrei innerhalb von einem Werktag geliefert. Einen Mindestbestellwert pro Order gibt es nicht. Einzige Voraussetzung: Um die Ware am nächsten Tag zu erhalten, müssen Kunden bis spätestens 15.30 Uhr bestellen. Der neue Lieferservice gilt allerdings nur für Produkte, die auf Lager sind und direkt von Fnac verkauft werden. Ausgenommen sind damit Artikel, die von Dritten über den Marktplatz der Franzosen angeboten werden.

Diese Konditionen dürften kein Zufall sein. Zum Vergleich: Amazon liefert ebenfalls für 49 Euro jährlich alle Bestellungen an Kunden in Frankreich kostenlos aus, wenn sie Mitglied im Programm „Amazon Premium“ werden (hierzulande: Amazon Prime). Zusätzlich können Amazon-Kunden zwar noch kostenlos eBooks ausleihen, weitere Vorteile gibt es für Kunden aber nicht.

Genau hier liegt eine große Chance für FNAC. Denn seit diesem Frühjahr bieten die Franzosen unter dem Namen fnac Jukebox einen eigenen Musik-Streaming-Service an, bei dem Kunden für 4,99 Euro monatlich unbegrenzt Musiktitel abspielen dürfen. Wenn fnac nun diesen Streaming-Service mit der Versandkostenflatrate verknüpft, erhalten Kunden gefühlt deutlich mehr Gegenleistung – auch wenn sich der Preis für die Versandkostenflatrate leicht erhöhen sollte.

Mit einer ähnlichen Strategie hat Amazon jedenfalls bereits in Deutschland sein Prime-Angebot aufgewertet. So erhalten Kunden seit diesem Februar neben einer versandkostenfreien Lieferung auch automatisch Zugang zu 13.000 Filmen und Serienepisoden, die Kunden gratis anschauen können. Der Preis hat sich seitdem zwar von 29 Euro auf 49 Euro deutlich erhöht. Im Gegenzug erhalten Kunden aber für nur 20 Euro im Jahr eine Video-Streaming-Flatrate on Top.

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Über Stephan Randler 3155 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.