„Enoteca Enzo“: Hawesko schraubt am nächsten Spezial-Shop

„Erstklassige Weine bei dem Italien-Profi“: Unter diesem Motto steht der neue Online-Shop Enoteca Enzo, den der Wein-Konzern Hawesko vor kurzem gestartet hat. Um den Shop-Betrieb kümmert sich dabei konkret die Hawesko GmbH aus Hamburg, die bereits das Online-Angebot der gleichnamigen Kernmarke „Hawesko“ betreut und zur Versandsparte des Handelskonzerns zählt. Und dass diese beiden Online-Angebote aus dem selben Hause stammen, kann man dann recht schnell erkennen.

Enoteca Enzo
Der neue Online-Shop (Bild: Screenshot)

Denn die Sortimente beider Web-Shops überschneiden sich. So gibt es zum Beispiel den Rotwein „Lequilibrio Barbera d’Asti“ (Jahr 2012) in beiden Online-Shops zum gleichen Preis. Der Weißwein „Etichetta Oro Gavi“ (2016) ist ebenfalls in beiden Shops zu finden, wird bei Enzo aber etwas günstiger als bei Hawesko direkt angeboten (9,90 Euro statt 11,90 Euro pro Flasche).

Kaufen kann man Italien-Weine also prinzipiell auch bei Hawesko. Nur der neue Enzo-Shop ist aber explizit auf Italien-Fans zugeschnitten. So ist im Shop links oben eine italienische Flagge zu sehen und „Enoteca“ wiederum das italienische Wort für „Weinhandlung“.

Im Online-Shop selbst verschenkt Hawesko trotzdem noch reichlich Potenzial. So wird nicht auf Anhieb klar, für was der neue Online-Shop genau steht und warum Kunden ausgerechnet hier denn nun kaufen sollten. Die Fehlerkette beginnt damit, dass bei dem Logo eine Unterzeile fehlt, die den Markenkern des Online-Shops beschreibt (mögliches Beispiel: „Erstklassige Weine bei dem Italien-Profi“). Dazu fehlt am Seitenkopf eine Vorteilsargumentation, die Kunden ein paar handfeste Gründe liefert, um jetzt bei Enzo.de einzukaufen. Erst nach dem Scrollen erscheinen Hinweise wie „Kostenfreie Lieferung ab 60 Euro Bestellwert“ oder „Große Auswahl an italienischen Weinen“, die man am Seitenende versteckt.

Das Erscheinungsbild kann sich aber noch ändern. Denn aktuell steckt der neue Italien-Shop noch in einem so genannten „Soft-Launch“, wie der Hawesko-Konzern gegenüber neuhandeln.de erklärt. Der Online-Shop befinde sich daher in einer Testphase, in der Hawesko das Angebot in den nächsten Monaten weiter für seine Zielgruppe optimieren will. Ob das Angebot auch länger am Markt bestehen bleibt? Zuletzt hatten einige Spezial-Shops von Hawesko jedenfalls eine überschaubare Halbwertszeit.

Vor vier Jahren wurde zum Beispiel der Online-Shop „Ninetyninebottles.de“ eingestellt, der sich an Kunden richtete, die keine Weinkenner sind. Diese sollten im Spezial-Shop zum Beispiel den passenden Wein finden, um bei einem Date zu punkten. Das Konzept hatte damals zwar schnell seine Zielgruppe gefunden, wie es gegenüber neuhandeln.de hieß. Diese Kundengruppe sei aber nicht groß genug gewesen, so dass sich der Betrieb eines eigenständigen Online-Shops auf Dauer nicht gelohnt hat.

Dieses Szenario könnte auch beim neuen Italien-Shop drohen. Geschichte ist zudem bereits der Online-Shop Tvino.de, wo Kunden sich in Video-Verkostungen über Weine informieren konnten. Der Shop wird inzwischen unter der Marke „Weinladen“ betrieben, unter der Hawesko in Hamburg (St. Pauli) auch einen stationären Store betreibt. Ein lokales Ladengeschäft gehört auch zum Konzept von „Enzo“.

Zur Versandsparte zählen neben der Kernmarke „Hawesko“ und dem Weinladen noch der auf Spanien-Weine spezialisierte Online-Shop Wein & Vinos sowie Carl Tesdorpf (Edel-Weine) als auch die Wine Company in Schweden. Dazu kommt der Online-Marktplatz WirWinzer.de, den Hawesko im Herbst 2016 übernommen hatte. Insgesamt wurde 2017 ein Netto-Umsatz von 170,5 Mio. Euro erreicht.

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