Neue Kampagne von eBay: Im Großen stimmig, im Kleinen schwammig

Zum Jahresausklang werben immer mehr E-Commerce-Unternehmen damit, dass Kunden bei ihnen günstig einkaufen können. Eine nachvollziehbare Strategie. Schließlich halten viele Konsumenten ja gerade ihr Geld zusammen, weil Inflation und steigende Energiekosten ihr Budget schmälern. Vor Weihnachten wirbt Otto.de daher gerade in seiner TV-Kampagne beispielsweise mit dem Kundenversprechen, dass „Freude schenken nicht viel kostet“ und weist dabei nach eigenen Angaben erstmals Preise für einzelne Produkte explizit aus:

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Wenig überraschend daher, dass nun auch eBay Deutschland eine ähnliche Marketing-Strategie verfolgt. Denn die Berliner haben nun ebenfalls eine Kampagne gestartet, mit der man nun Konsumenten in einer „inflationsbedingt schwierigen Situation auf Lösungen für ihre Bedürfnisse aufmerksam“ machen will. Die Werbung soll deshalb nun vermitteln, dass es bei eBay zum einen „Alternativen zu Neuware“ gibt. Zum anderen soll es besser für den Geldbeutel der Konsumenten sein, wenn Kunden jetzt bei eBay shoppen. Stellvertretend sagt das der folgende TV-Spot, der das Herzstück der neuen Crossmedia-Kampagne ist:

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Hier zeigt eBay, wie Menschen auf die schwierigen Rahmenbedingungen in diesem Jahr reagieren. Daher sieht man im TV-Spot unter anderem Verbraucher, die auf ihrem Balkon eine Solaranlage installieren und so auf die hohen Energiepreise antworten. Der neue TV-Clip von eBay zeigt aber auch, wie Kunden bei sich zu Hause einen gebrauchten Beamer in Betrieb nehmen und eben kein neues Gerät kaufen. Dazu ist am Ende des Clips eine Frau zu sehen, die ihr altes Smartphone über eBay verkauft – und so wieder zu Geld macht.

eBay verschweigt, was der Marktplatz wirklich bietet

Mit diesen Beispielen will eBay Deutschland aufzeigen, wie Verbraucher aus der aktuellen Lage das Beste machen können. Und das geht dem TV-Spot zufolge natürlich, wenn Kunden bei eBay gebrauchte Ware kaufen und verkaufen. Kein schlechter Ansatz, nachdem die Berliner zuletzt ihre Handelspartner in den Mittelpunkt der Werbung gerückt haben. Denn wenn das Geld nicht mehr so locker sitzt, müssen sich Konsumenten ja Gedanken machen. Für viele Verbraucher dürfte es in diesem Jahr daher durchaus eine Überlegung wert sein, erstmals oder mehr Gebrauchtware bei eBay anzubieten bzw. jetzt dort zu kaufen.

Insofern liegt es auf der Hand, dass eBay genau diese Botschaft jetzt vermittelt. Denn der Online-Marktplatz steht ja inzwischen seit Jahrzehnten dafür, dass Nutzer hier gebrauchte Ware handeln können. Schade ist allerdings, dass die Kundenvorteile im Clip nicht konkret genannt werden. Denn der Spot endet damit, dass man zwar bei eBay „das Beste daraus“ machen kann. Was das aber genau bedeutet, bleibt schwammig.

Zwar wird im Clip gezeigt, wie Kunden einen gebrauchten Beamer in Betrieb nehmen. Angesprochen wird aber nicht, dass es Refurbished-Produkte bei eBay gibt – und welche Vorteile denn solche Geräte bieten.

Dabei könnte man einfach damit werben, dass Second-Hand-Produkte billiger sind – und dadurch gezielt solche Verbraucher ansprechen, denen gerade Geld in der Kasse fehlt. Schließlich will ja der Marktplatz-Betreiber jetzt nach eigenen Angaben darauf aufmerksam machen, dass Kunden bei eBay generalüberholte und gebrauchte Produkte finden, die den Geldbeutel schonen. Und zusätzlich biete sich für Verbraucher ja auch noch die Möglichkeit, mit Privatverkäufen auf dem Online-Marktplatz etwas Geld dazuzuverdienen.

Daher sollte eBay auch nicht einfach nur Menschen zeigen, die ihr ausrangiertes Smartphone über den Online-Marktplatz verkaufen – sondern eben explizit erwähnen, dass man bei eBay auch Geld verdienen kann. Die Bilder mögen das zwar zeigen, gesagt wird es im Spot aber nicht. So verschenkt eBay unnötig Potenzial bei einer Kampagne, die am Puls der Zeit ist und daher durchaus Kunden ansprechen sollte.

Schwammig bleiben neben dem aktuellen Hauptspot auch zwei weitere Clips der Kampagne. Ein Clip davon besteht aus einer etwas kürzeren Version des TV-Spots oben, ein zweites Video wirbt für die „eBay Cyber Week“ und verspricht „täglich neue Deals – egal ob neu oder refurbished“. Klar wird aber auch hier nicht, wie Kunden bei eBay durch Gebrauchtware sparen und mit Privatverkäufen etwas dazuverdienen können.

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Über Stephan Randler 3203 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.