DSGVO: Zooplus sieht „Einschränkungen bei Aktivierung von Neukunden“

Die Zooplus AG aus München hat die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres mit einem Netto-Umsatz von 727 Mio. Euro abgeschlossen. Das besagen vorläufige Zahlen für diesen Zeitraum, die kürzlich veröffentlicht wurden. Damit steht in den Büchern ein Plus von 13 Prozent zum Vorjahr, da der Spezial-Versender im ersten Halbjahr 2018 erst einen Netto-Umsatz von 643 Mio. Euro erreicht hatte.

Zooplus Cornelius Patt
Cornelius Patt (Bild: Zooplus AG)

Das Eigenmarken-Geschäft mit Futter und Streu habe mit einem Plus von 29 Prozent im ersten Halbjahr 2019 überproportional zugelegt. Dazu entwickle sich das Geschäft mit Neukunden erfreulich. Denn nach einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal 2019 hat sich die Anzahl der registrierten Neukunden im zweiten Quartal um 32 Prozent erhöht.

Der Gesamtumsatz werde aber vor allem vom Geschäft mit bestehenden Kunden getragen. Doch gerade hier erschweren die Rahmenbedingungen jetzt das Geschäft für den Spezial-Versender.

„Der sichtbaren Dynamik des Neukundengeschäfts stehen Einschränkungen bei der Aktivierung von Neukunden durch Direktmarketing-Maßnahmen aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gegenüber, was den weiteren Aufbau des Geschäfts mit Bestandskunden etwas erschwert“, erklärt Cornelius Patt (siehe Foto oben), Vorstandsvorsitzender der Zooplus AG. „Dies spiegelt sich in der umsatzbezogenen Wiederkaufrate wider, die gegenüber dem Vorjahr aktuell leicht rückläufig ist.“

Auf Nachfrage von neuhandeln.de konkretisiert Zooplus, dass man gerade generell bei Verbrauchern ein „höheres Bewusstsein für das Thema Datenschutz in Europa“ beobachte. Nutzer wären generell restriktiver, was die Zustimmung der Weiterverwendung ihrer Daten angeht: etwa bei einem Opt-In für einen Newsletter. Da zwischen den Kaufzeitpunkten von Tiernahrung mehrere Wochen liegen können, brauche aber auch ein Kunde mit einem positiven ersten Einkaufserlebnis eine Erinnerung. Doch für so eine Reaktivierung über Direktmarketing-Maßnahmen braucht Zooplus ja erst das Opt-In des Kunden.

Die wechselkursbereinigte umsatzbezogene Wiederkaufrate liegt daher im ersten Halbjahr 2019 bei 92 Prozent und damit leicht unterhalb des Vorjahresniveaus (H1/2018: 94 Prozent). Um Kunden langfristig an Zooplus zu binden, setzt man nun auf zusätzliche Marketing-Maßnahmen. Vor diesem Hintergrund wurde zum Beispiel vor kurzem eine schwimmende Hundewiese auf einem Boot am Rhein eröffnet.

Der vollständige Bericht für das erste Halbjahr 2019 mit den finalen Zahlen erscheint am 14. August.

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Über Stephan Randler 2292 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

2 Kommentare zu DSGVO: Zooplus sieht „Einschränkungen bei Aktivierung von Neukunden“

  1. … dass die Tüte mit Futter leer ist, könnte aber eventuell auch genügen, um den Käufer mit „positivem Einkaufserlebnis“ zu einem neuen Einkauf zu motivieren….

  2. Das schon. Aber wenn die Tüte leer ist, kann man halt auch woanders kaufen. Ich zum Beispiel bestelle längst nicht mehr bei Zooplus – sondern bei Amazon. Da gibt es das passende Futter ebenfalls und ich kann gleich auch noch andere Sachen bestellen, die es eben nicht bei einem Spezial-Versender gibt. Insofern könnte eine entsprechende Mail schon helfen, wenn man Kunden wieder einen Folgekauf schmackhaft machen will…

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