DHL Paketkasten: Neue Variante für Mehrfamilienhäuser

Seit einem knappen Jahr können sich Verbraucher bundesweit Sendungen von DHL Paket in einen Paketkasten liefern lassen. Auf diese Weise will der Logistik-Dienstleister mehr Pakete beim ersten Zustellversuch ausliefern. Kunden wiederum sollen sicher gehen, dass sie keine Sendungen mehr verpassen und Pakete bei der Post oder dem Nachbarn abholen müssen.

DHL Paketkasten

Packstation in grau: Die neue Paketkasten-Variante von DHL (Bild: DHL Paket)

Bislang waren die Paketkästen aber ausschließlich für Verbraucher mit einem Einfamilienhaus konzipiert, wo man den XXL-Briefkasten an die Hauswand montieren oder im Garten aufstellen kann. Jetzt nimmt DHL Paket in einem Pilotprojekt erstmals Paketkästen in Betrieb, die für Mehrfamilienhäuser entwickelt wurden. Optisch erinnert diese Lösung an eine Packstation, wobei die Farbwahl dezenter ausfällt als bei den knallgelben Packstationen (siehe Foto).

Getestet wird die neue Variante jetzt an ersten Standorten in Berlin und Dortmund, weitere Ortschaften sollen folgen. Für Mieter an den jeweiligen Standorten ist der Service kostenlos.

Wie bei den bisherigen Einfamilienhaus-Kästen gilt auch bei der neuen Lösung: Verbraucher können Pakete in den XXL-Briefkästen empfangen, wenn sie bei der Zustellung nicht vor Ort sein sollten. Zusätzlich kann man auch Retouren oder vorfrankierte Pakete aufgeben, indem man die Pakete einfach in die Kästen legt und anschließend vom Zusteller abholen lässt.

Um diese Services zu nutzen, müssen sich Interessenten aber vorab auf dem Online-Portal Paket.de registrieren. Anschließend erhalten Verbraucher einen elektronischen Schlüssel mit RFID-Chip, um das Fach mit ihrer Sendung in einem Paketkasten öffnen zu können.

Problem der Paketkästen: Was von DHL kommt, nimmt auch nur DHL an

Größtes Manko aus Kundensicht bleibt aber, dass sich in den Briefkästen von DHL Paket auch nur Sendungen von DHL deponieren lassen. Wenn die Bestellung mit einem anderen Zusteller geliefert wird, hilft auch der Paketkasten nicht weiter – weder dem Kunden noch dem Boten, der einen erneuten Zustellversuch unternehmen oder Ware woanders abgeben muss.

Gegenüber neuhandeln.de hat der Logistik-Dienstleister DPD aber bereits im vergangenen Juni angekündigt, dass man gemeinsam mit Hermes, UPS und GLS ein eigenes Paketkasten-System entwickeln will, dass von der gesamten Paketdienstleister-Branche genutzt werden kann. Doch der Kunde wird wohl kaum mehrere XXL-Briefkästen aufstellen – allein schon aus Platzmangel.

Zudem glaube ich, dass die Logistik für Kunden im Versandhandel auf lange Sicht so flexible und spontane Zustellungen ermöglicht, dass man kaum noch riskiert, Pakete zu verpassen. So kann man bereits heute bei immer mehr Zustellern den Liefertermin oder Zustellort ändern.

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr