„Desinvestment-Strategie“: Otto-Gruppe ohne Alba Moda

Die Otto-Gruppe will ihr Portfolio erneut bereinigen. Die Hanseaten verhandeln derzeit über einen Verkauf des Textilversenders Alba Moda, an dem die Klingel-Gruppe interessiert ist. Die Verhandlungen sind schon fast abgeschlossen, wie der Hamburger Handelskonzern gegenüber neuhandeln.de betont. Eine Voranfrage bei den Kartellbehörden habe man bereits eingereicht.

Alba Moda

Verkaufen will die Otto-Gruppe den Mode-Versender noch in ihrem laufenden Geschäftsjahr 2015/16 (Stichtag: 29. Februar). Als Grund dafür nennen die Hanseaten eine „Desinvestment-Strategie“, mit der sich die Otto-Gruppe auf ihr Kerngeschäft konzentrieren will. So beklagt der Handelskonzern, dass beim Geschäft mit Alba Moda die Synergien mit den Hauptgeschäften der Otto-Gruppe fehlen. Aus diesem Grund habe Alba Moda zwar ein eigenständiges und auch tragfähiges Markenkonzept, verursache aber Verluste „seit Jahren„.

Wirklich überraschend ist es daher nicht, dass die Otto-Gruppe ihren Textilversender verkaufen will. Dazu passt dann auch, dass der Handelskonzern bereits vor rund zweieinhalb Jahren ein Bieterverfahren gestartet hatte, um den Marktwert von Alba Moda prüfen zu lassen. Damals kam es dann aber doch nicht zu einem Verkauf, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmten.

Jetzt sieht es anders aus: So sei die Klingel-Gruppe als moderner und mittelständisch geprägter Multichannel-Anbieter von der Größe und Ausrichtung her aus Sicht der Otto-Gruppe der ideale Käufer von Alba Moda, argumentiert der Konzern gegenüber neuhandeln.de. Welche Pläne die Klingel-Gruppe wiederum mit Alba Moda hat, verrät die Otto-Gruppe naturgemäß nicht. Der Klingel-Konzern wiederum war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Geschäft in Frankreich: Zwei weitere Verkäufe vor dem Abschluss

Die Otto-Gruppe hat sich im vergangenen Kalenderjahr bereits von ihrem B2B-Versender Otto Office getrennt, um sich auf ihr Kerngeschäft im B2C-Multichannel-Handel mit Privatkunden zu konzentrieren. Dazu wurden mehrere Tochtergesellschaften aus der französischen 3SI-Gruppe verkauft, wo zudem ein Management-Buyout bei dem Textilversender Blancheporte bevorsteht und Versender Becquet (Heimtextilien) nun an die französische Firma Domoti gehen soll.

Die Klingel-Gruppe wiederum hat vor kurzem grünes Licht vom Kartellamt bekommen, um die Hoeltzhaus GmbH bzw. den Wörishofer Bequemschuh-Versand übernehmen zu dürfen. Mit Designartikel-Anbieter Ars Habitandi hatte die Klingel-Gruppe allerdings erst vor kurzem auch einen Händler beerdigt, den die Pforzheimer erst vor ein paar Jahren übernahmen.

Alba Moda ist seit dem Jahr 1981 am Markt aktiv und verkauft neben italienischer Mode der gleichnamigen Eigenmarke “Alba Moda” als Ergänzung auch noch ausgewählte Textilien von Fremdmarken wie Marc O’Polo oder Tommy Hilfiger. Die Zielgruppe des Textilversenders sind Frauen über 50 Jahren (“Best Ager”), die zudem über ein gehobenes Einkommen verfügen.

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Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

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