China-Kooperation: Otto-Gruppe baut auf Marktplatz JD

Die Otto-Gruppe will von der boomenden Nachfrage nach westeuropäischen Marken in China profitieren. Aus diesem Grund hat der Hamburger Handelskonzern nun ein Joint Venture mit dem chinesischen ECommerce-Unternehmen JD.com gegründet, das in der Volksrepublik den gleichnamigen Online-Marktplatz betreibt. Durch die Partnerschaft mit dem Hamburger Otto-Konzern sollen nun internationale Marken und Hersteller leichter auf JD.com verkaufen.

JD.comJD gilt als einer der wichtigsten Online-Marktplätze in China (Bild: Screenshot)

Um den Abverkauf in Fernost anzukurbeln, setzt die Otto-Gruppe auf ihr Tochterunternehmen Zitra. Unter diesem Namen hatte ein deutsches Start-Up ursprünglich ein Beschaffungsportal betrieben, auf dem sich professionelle Einkäufer unter anderem mit Mode versorgen sollten.

Das Portal ging vor rund zwei Jahren offline, in der Folge hatte sich die Otto-Gruppe die Rechte an der Marke gesichert – und dann das Angebot mit ihrem eigenen Service „Keenonfashion“ verschmolzen, der ebenfalls als ein B2B-Portal für professionelle Einkäufer konzipiert war.

Heute dagegen ist unter dem Markennamen Zitra ein Dienstleister aktiv, an dem sich JD.com nun im Rahmen des Joint Ventures beteiligt hat. Zitra versteht sich als Service-Provider, der Ware von anderen Herstellern und Marken auf internationalen Online-Marktplätzen wie JD anbietet und sich dabei auch um Marketing, Logistik und den Service kümmert. So sollen mehr chinesische Verbraucher leichter an westliche Marken kommen – schließlich beobachtet das ECommerce-Unternehmen JD.com „eine enorme Nachfrage nach importierten Produkten„.

JD.com investiert in das Joint Venture einen zweistelligen Euro-Millionen-Betrag. Bei der Logistik wiederum vertrauen beide Kooperationspartner standesgemäß auf die Otto-Tochter Hermes.

Dass die Otto-Gruppe gerade jetzt ihre Fühler nach Ostasien ausstreckt, dürfte kein Zufall sein. Denn chinesische Kunden entwickeln zunehmend einen von westlichen Marken und ihrer Kultur inspirierten Mode-Geschmack. Gerade über einheimische Online-Marktplätze können deutsche Händler und Marken vergleichsweise einfach chinesische Kunden erreichen. Wie das am besten geht, steht in diesem Gastbeitrag („So verkaufen Versender erfolgreich in China“).

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Über Stephan Randler 2796 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.