Channel 21 bleibt auch im laufenden Jahr auf Erfolgskurs

Der deutsche Teleshopping-Sender Channel 21 dürfte wohl auch das laufende Geschäftsjahr mit einem deutlichen Umsatzplus abschließen. Das legt jedenfalls das erste Quartal 2015 nahe, in dem die Hannoveraner ihren Netto-Umsatz zweistellig um 16,6 Prozent steigern konnten.

Channel 21Channel 21 profitiert weiter vom neuen Geschäftsmodell (Bild: Screenshot)

Wachsen konnte Channel 21 einerseits mit Hartwaren, wo der Umsatz um starke 34 Prozent angezogen hat. Noch besser hat sich das Geschäft mit Mode entwickelt, wo es gleich ein Plus von über 70 Prozent gab. Das starke Plus bei Fashion rührt auch daher, dass im Teleshopping mehr Mode gezeigt wurde. Sendungen mit Hartwaren hatte Channel21 dagegen reduziert.

Dass es trotzdem zu einem Umsatzwachstum gekommen ist, liegt nicht zuletzt an dem neuen Geschäftsmodell „Media 4 Revenue“. Denn seit Herbst 2012 können erstmals externe Händler ihre Ware über Verkaufssendungen von Channel21 im Teleshopping anbieten. Dabei werden die Produkte zwar im Namen und auf Rechnung des Verkaufssenders verschickt. Die Partner liefern ihre Artikel aber meistens direkt aus ihrem Versandlager an die jeweiligen Kunden.

„Media 4 Revenue“: Neues Geschäftsmodell für attraktivere Sortimente

Bei dieser Partnerschaft kümmert sich Channel21 dafür um den Kundenservice, produziert die TV-Sendungen, stellt die Moderatoren und auf Wunsch auch Produktexperten für eine Show.

Vom Umsatz werden am Ende die Kosten des Teleshopping-Senders (Produktion, Service, etc.) sowie die Ausgaben des Partners (z.B. Wareneinsatz) abgezogen, der verbleibende Gewinn im Anschluss hälftig geteilt. Durch die Kooperation können Versandhändler im Fernsehen verkaufen, ohne selbst Lizenzen und Studios finanzieren zu müssen. Channel21 spart sich dafür unter anderem die Kosten für den Wareneinsatz sowie Lagerung und Versand der Ware.

Weiterer Pluspunkt: Channel 21 kann in seinen Sendungen immer wieder neue Waren von den Handelspartnern präsentieren und so Kunden ein attraktives Sortiment bieten. Denn vor der Umstellung auf das neue Geschäftsmodell ging der Umsatz nicht zuletzt zurück, weil es immer wieder zu „Überrotationen“ gekommen war. So mussten die Hannoveraner in den Sendungen immer wieder dieselben Waren präsentieren, um die Lagerbestände loszuschlagen. Durch das neue Geschäftsmodell wird das vermieden, da es ja keinen eigenen Einkauf mehr gibt.

Kennzahlen Channel 21Channel21 konnte zuletzt Umsatz und Ergebnis verbessern (Bild: eigene Grafik)

Das Partner-Modell hatte sich bereits im ersten vollen Geschäftsjahr nach dem Start im Herbst 2012 als kluger Schachzug erwiesen. So konnte Channel 21 den Netto-Umsatz im Jahr 2013 um starke 42,4 Prozent auf 37,4 Mio. Euro erhöhen, nachdem das Geschäft in den beiden Jahren zuvor teils stark eingebrochen war (siehe Grafik). Auch das Ergebnis hatte sich stark verbessert, wenn es auch mit -10,2 Mio. Euro nach wie vor einen deutlichen Verlust gegeben hatte.

Im laufenden Geschäftsjahr stehen weitere Neuerungen an. So soll das Sortiment von Partnern ab dem dritten Quartal um Mode-Eigenmarken ergänzt werden. In der Pipeline ist zudem ein Multishop-Modell. Hier sollen Partner aus dem Teleshopping wie die Mode-Marke „Mocca“ in Zukunft einen eigenständigen Online-Auftritt erhalten, der von Channel 21 betrieben wird.

Die Sortimente der Partner sind zwar auch über den Online-Shop von Channel 21 erhältlich. Mit den Sub-Shops will man aber auch solche Kunden erreichen, die bislang nicht bei Channel 21 kaufen. Die Marke des Handelspartners steht bei den Sub-Shops daher im Vordergrund, während Channel 21 nur im Hintergrund aktiv ist. Geplant sind bis zu 20 Shops für Partner.

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Über Stephan Randler 3153 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.