Zahlen bestätigen: Neue Strategie von Channel21 geht auf

Adreko

Seit nun schon zweieinhalb Jahren setzt Channel21 auf ein neues Geschäftsmodell, das sich vom klassischen Handelsansatz der Teleshopping-Branche grundlegend unterscheidet. Denn seit Herbst 2012 steht die TV-Plattform von Channel21 erstmals externen Handelspartnern offen, die damit ihre Ware über Verkaufssendungen im Teleshopping vermarkten können.

Channel 21 Online-ShopBei Channel21 verkauft unter anderem die Klingel-Gruppe (Bild: Screenshot)

Prinzipiell erinnert diese Vorgehensweise (Motto: Media4Revenue) an die Marktplatz-Modelle von Amazon & Co., wo Händler ebenfalls eigene Ware losschlagen können. Bei Channel21 werden die Produkte aber im Namen und auf Rechnung des Verkaufssenders verschickt.

Dabei wird die Ware meist direkt vom Partner an den Endverbraucher geliefert. Channel21 kümmert sich im Gegenzug um den Kundenservice, produziert die TV-Sendungen, stellt die Moderatoren und auf Wunsch auch die Produktexperten für eine Sendung. Falls ein Händler selbst vor der Kamera aktiv werden will, bietet Channel21 dafür auch ein Coaching an.

Vom Umsatz werden die Kosten von Channel21 und die Ausgaben des Partners (zum Beispiel der Wareneinsatz) abgezogen, der Gewinn anschließend hälftig geteilt. Durch die Kooperation mit Channel21 sollen Versandhändler die Kundengruppe der Teleshopper erreichen, die bisher meist nicht in ihrem Einzugsgebiet liegt. Channel21 wiederum spart sich bei diesem Modell neben den Kosten für den Wareneinsatz auch Lagerkosten und den Versand der Ware.

Talsohle durchschritten: Umsatz steigt wieder deutlich zweistellig

Umgestellt wurde das Geschäftsmodell zum vierten Quartal 2012. Denn in den Monaten zuvor war der Umsatz von Channel21 nicht zuletzt durch „hohe Lagerbestände“ gefallen, so dass im gesamten Geschäftsjahr 2012 nur ein schwacher Wert von 26,3 Mio. Euro zustande kam.

Bereits im Jahr zuvor war der Netto-Umsatz von zuvor 65,9 Mio. Euro auf nur noch 33,9 Mio. Euro eingebrochen, weil das Lager voll war und der Sender daher im Fernsehen immer wieder dieselben Produkte anpreisen musste – was für Kunden natürlich wenig attraktiv ist.

Mit der Umstellung im vierten Quartal 2012 konnte Channel21 dann diesen Negativ-Trend stoppen, weil man seitdem nicht mehr eigene Ware auf Lager hat. Auf neuhandeln.de hatte ich daher bereits berichtet, dass das neue Geschäftsmodell von Channel21 erste Früchte trägt.

Im folgenden Geschäftsjahr 2013 – dem ersten vollen Jahr mit dem neuen Geschäftsmodell – ging die Kurve weiter nach oben, wie der jetzt veröffentlichte Jahresabschluss verdeutlicht.

Kennzahlen Channel 21Channel21 konnte zuletzt Umsatz und Ergebnis verbessern (Bild: eigene Grafik)

Demnach konnte Channel21 seinen Netto-Umsatz um 42,4 Prozent steigern und damit nach zwei Jahren mit starken Rückgängen wieder deutlich zulegen. Ein Grund für diese positive Entwicklung war, dass immer mehr externe Händler über Channel21 verkaufen und damit für Kunden eine größere Produktvielfalt entsteht und Überrotationen vermieden werden.

Auch das Ergebnis hat sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verbessert, obwohl mit -10,2 Mio. Euro nach wie vor ein deutlicher Verlust zustande kam. Ursprünglich hatte Channel21 damit gerechnet, dass erste volle Geschäftsjahr mit dem neuen Geschäftsmodell sogar positiv zu gestalten. In der Praxis habe sich dann aber gezeigt, dass die Umstellung und dessen „Proof of Concept“ mehr Zeit in Anspruch nimmt als geplant. Zudem würde es eine „gewisse Zeit“ dauern, bis Interessenten dann auch einen Kooperationsvertrag final unterschreiben.

Weil inzwischen bereits über 40 Partner bei Channel21 verkaufen und sich das Geschäft weiter positiv entwickelt, hatte man für 2014 sogar einen Gewinn prognostiziert – es wäre der erste in der turbulenten Geschichte des Teleshopping-Senders. Ob es wirklich so gekommen ist, wollte man auf Nachfrage von neuhandeln.de zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht verraten.

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