Auslandsreport: Coop-Gruppe startet Online-Rabattportal

Die Schweizer Coop-Gruppe investiert erneut ins Digitalgeschäft. Nachdem die Eidgenossen erst vor kurzem mit Mondovino einen neuen Online-Weinshop an den Start gebracht haben, betreibt der Handelskonzern unter dem Motto „Swisstrips“ nun ein Online-Rabattportal:

Swisstrips.chBildquelle: Screenshot

„Mit Swisstrips.ch bietet Coop ihren Kundinnen und Kunden ab sofort ein neuartiges Onlineportal, auf welchem Tickets für über 50 verschiedene Tagesausflüge mit attraktiven Vergünstigungen gekauft werden können.“

Auf den ersten Blick erinnert Swisstrips.ch (Motto: „Erleben Sie mehr für weniger“) an klassische Online-Gutscheinportale wie Groupon, wo Kunden ebenfalls rabattierte Eintrittskarten bekommen. Während es bei Groupon aber Karten für Musicals, Konzerte oder Hallenbäder gibt, liegt bei Coop der Schwerpunkt auf Outdoor-Aktivitäten wie Zoobesuchen oder Schifffahrten.

Groupon & Co. stehen zudem allen Interessenten offen, während die Coop-Gruppe ihr Prämienprogramm („Supercard„) bewerben will und sich nur an Bestandskunden richtet:

„Wer bei Coop einkauft, erhält pro 50 Franken Einkauf jeweils Gutscheine für Swisstrips.ch. Pro Gutschein gibt es mindestens 5 Franken Ermäßigung. Kunden mit Supercard können alternativ auch 250 Superpunkte pro Ticket für den gewünschten Rabatt einsetzen.“

Obwohl nur Bestandskunden adressiert werden, kann die Coop-Gruppe nach eigenen Angaben etwa 90 Prozent der Schweizer Haushalte erreichen. Wie attraktiv das Angebot für diese Zielgruppe ist, steht aber auf einem anderen Blatt. So wirkt bereits das Gutschein-Prinzip etwas verkopft („Pro 50 Franken Einkauf ein Gutschein mit mindestens 5 Franken Ermäßigung“). Im Gegensatz zu Groupon & Co. fehlt auf dem Online-Portal dann auch noch ein eindeutiger Rabatt, was das Ganze – zumindest für mich – erneut verkompliziert:

„Dank Steuerung der Rabatthöhe, basierend auf der erwarteten Auslastung, können die Coop Kundinnen und Kunden bei ihren Tagesausflügen an einzelnen Tagen von ganz besonders hohen Rabatten profitieren.“

Auf den ersten Blick sehen Kunden also nur, was sie maximal sparen könnten („Rabatt bis zu“). Erst nach dem zweiten Klick zeigt sich daher, an welchen Tagen welche Rabatte möglich sind. Kunden könnten also einen niedrigeren Rabatt erhalten als erwartet und enttäuscht werden.

Für das Rabattportal arbeitet die Coop-Gruppe mit einem externen Partner zusammen, der neue Angebote für den Handelskonzern akquiriert. Wie dieser Partner vergütet wird, wollten die Schweizer auf Nachfrage von neuhandeln.de nicht verraten.

Update (03. September; 19:57 Uhr): Wie Coop auf Nachfrage verdeutlicht hat, ist das Rabattportal nur zeitlich begrenzt online und soll Ende April 2015 wieder offline gehen.

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Über Stephan Randler 3153 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.