Asos vs. Zalando: Die wichtigsten Kennzahlen im Vergleich

Vergangene Woche hatte ich berichtet, dass Kunden von Zalando im Schnitt für 63 Euro beim Berliner Textilversender kaufen (inkl. MwSt. und nach Retouren). Doch was bedeuten die frisch veröffentlichten Kennzahlen von Zalando eigentlich? Um die Werte einordnen zu können, liegt ein Vergleich mit Kennzahlen des britischen Fashion-Versenders Asos auf der Hand.

So sind die Briten ebenfalls europaweit aktiv, führen neben Fremdmarken auch Eigenmarken und buhlen mit ähnlichen Service-Leistungen wie Zalando („Kostenlose Lieferung in über 240 Länder, Rückversand in Deutschland kostenlos“) um eine Mode-affine Zielgruppe.

Factsheet ZalandoBildquelle: Screenshot

Vor einem Vergleich muss man sich aber zunächst noch einmal die aus meiner Sicht wichtigsten Fakten von Zalandos „wesentlichen Leistungskennziffern“ ins Gedächtnis rufen (siehe Grafik):

  • 13,1 Mio. aktive Kunden im Geschäftsjahr 2013
    Als aktive Kunden zählen Verbraucher, die in den letzten zwölf Monaten vor dem Stichtag des jeweiligen Geschäftsjahres (31. Dezember) bei Zalando bestellt haben – unabhängig davon, ob die Bestellung in einem zweiten Schritt retourniert oder storniert worden ist.
  • 35,1 Mio. Bestellungen im Geschäftsjahr 2013
    Dieser Wert umfasst die Anzahl aller aufgegebenen Bestellungen im betreffenden Zeitraum ohne Berücksichtigung von Stornierungen oder Rücksendungen. Die Zahl der tatsächlich ausgelieferten Bestellungen kann daher geringer ausfallen.
  • Durchschnittliche Warenkorbgröße von 62,50 Euro
    Basis dieses Werts ist das Brutto-Einkaufsvolumen der Kunden bei Zalando. Im Betrag enthalten ist die Mehrwertsteuer, Retouren und/oder Stornierungen sind bereits berücksichtigt und abgezogen. Das gesamte Brutto-Einkaufsvolumen wird geteilt durch die Zahl der ausgelieferten Bestellungen in dem betreffenden Zeitraum.

In einem zweiten Schritt kann man diese Werte nun mit den Kennzahlen von Asos vergleichen, die wiederum von den Briten in ihrem Geschäftsjahr 2012/2013 erzielt worden sind:

Kennzahlen AsosBildquelle: Screenshot

  • 7,1 Mio. aktive Kunden im Geschäftsjahr 2012/2013
    Laut dem aktuellen Geschäftsbericht (PDF) kam Asos zum Stichtag 31. August 2013 auf 7,1 Mio. aktive Kunden, die in den zwölf Monaten zuvor bei Asos gekauft hatte. Das ist zwar deutlich weniger als bei Zalando. Doch bei Asos zählen nur solche Kunden als aktiv, die Ware auch behalten. Zalando dagegen wertet auch Kunden als aktiv, die eine Bestellung aufgeben und nachher stornieren oder retournieren.
  • 19,4 Mio. Bestellungen im Geschäftsjahr 2012/2013
    Im Berichtszeitraum hatten Kunden insgesamt 19,4 Mio. Bestellungen bei den Briten aufgegeben. Dieser Wert ist vor Retouren/Stornos und damit vergleichbar mit den Werten von Zalando, die mit 35,1 Mio. Bestellungen deutlich höher ausfallen.
  • Durchschnittlicher Warenkorbwert von 61,03 Pfund
    Beim aktuellen Wechselskurs entspricht ein Wert von 61,03 Pfund etwa 76,17 Euro. Wie bei Zalando ist auch bei Asos hier die Mehrwertsteuer enthalten. Die Angaben von Asos sind allerdings im Gegensatz zum Warenkorbwert von Zalando nicht um Retouren/Stornos bereinigt, was einen direkten Vergleich erschwert.

Berücksichtigen muss man bei einem Vergleich ohnehin, dass beide Versender unterschiedlich aufgestellt sind. So ist bei Zalando beispielsweise das Kalenderjahr das Geschäftsjahr, während bei Asos ein Geschäftsjahr den Zeitraum 01. September bis 31. August umfasst.

Die Briten sind zudem bereits seit dem Jahr 2000 aktiv, während Zalando erst im Oktober 2008 gegründet worden ist. Asos betreibt zudem auch lokalisierte Online-Shops für Kunden in Russland oder China, während Zalando seine insgesamt 15 Länder-Shops ausschließlich für Kunden in Nord-, Süd- und Mitteleuropa betreibt.

Dennoch gilt: Um die aktuellen Kennzahlen von Zalando etwas besser einordnen zu können, ist der Vergleich mit Asos durchaus hilfreich.

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Über Stephan Randler 3041 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.