3 Praxis-Beispiele: So machen Händler jetzt das Beste aus der Corona-Krise

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Die Corona-Krise überrollt den Handel. Lokalen Händlern fehlt die Geschäftsgrundlage, Online-Händler kommen bei den Bestellungen nicht mehr hinterher. Wichtig ist daher, schnell und passend auf solche Situationen zu reagieren. Einfache Maßnahmen helfen dabei sowohl Händlern mit Auftragsspitzen als auch Kollegen, wo das Geschäft schwächelt. Selbst der lahmgelegte Einzelhandel kann jetzt etwas tun.

1. Wenn nicht jetzt, wann dann? E-Commerce forcieren!

Wenn der stationäre Handel nicht verkaufen darf, verlagert sich das Geschäft zwangsläufig ins Internet. Vor diesem Hintergrund empfiehlt auch die Strategie-Beratung Fostec zum einen, dass Hersteller und Marken nun ihre stationären Vertriebspartner wenn möglich durch E-Commerce-Partner ergänzen sollen. Zum anderen müssen aber auch stationäre Händler ihre Kooperation mit E-Commerce-Partnern intensivieren, zu denen beispielsweise Online-Marktplätze wie Amazon und eBay gehören können.

Markus Fost
Markus Fost (Bild: Fostec & Company GmbH)

„E-Commerce-Kanäle sind vom Corona-Virus weniger betroffen, da Kunden online weiterhin einkaufen und Logistik als systemrelevant gilt“, betont Strategie-Berater Markus Fost (siehe Foto) von Fostec & Company.

Er hat gleich einen fünfstufigen CEO-Action-Plan entwickelt, anhand dem Händler, Hersteller und Marken ihr Geschäft nun optimieren können. Zu den Maßnahmen gehört natürlich nicht nur, den Online-Vertrieb zu stärken. Für Händler, Hersteller und Marken ist aktuell ebenfalls wichtig, ihre Mitarbeiter und Kunden zu schützen und – wenn nötig – erste Kosten zu reduzieren.

CEO Action Plan
Der „CEO Action Plan“ für Händler, Hersteller und Marken in der Corona-Krise.

Wem das alles zu kompliziert klingt, kann sein Stationär-Geschäft ja aber auch vielleicht viel einfacher retten: So vernetzt zum Beispiel die gaxsys GmbH – einer der Business Partner von neuhandeln.de – stationäre Händler mit Marktplätzen. Einzelhändler können dadurch Waren aus ihrem lokalen Bestand an Kunden von Portalen wie Zalando verkaufen – ohne selbst sich um Shop-Betrieb oder Marketing zu kümmern. So können lokale Händler vom Online-Vertrieb profitieren, wenn der Laden geschlossen ist. Das sollte helfen, Umsatzeinbußen abzumildern. Wer schnell online verkaufen will, kann das hier tun.

2. Online-Marketing auf neue Krisensituation anpassen

Schneider Versand
Schneider reagiert auf den Home-Office-Trend (Bild: Screenshot)

Große Elektronik-Versender machen vor, wie man das Marketing an die aktuelle Krisensituation anpassen kann. So sind durch die neuen Corona-Leitlinien zwar die lokalen Märkte von Saturn und MediaMarkt geschlossen, der Online-Vertrieb aber läuft ja regulär weiter. Doch anstatt einfach hier das Geschäft wie gehabt laufen zu lassen, reagieren die Elektronik-Händler.

So bewirbt Saturn über großflächige Bilder zum Beispiel „Alles für Home Office & Co.“ in seinem Online-Shop, während es bei der Schwester-Marke MediaMarkt nun sogar einen eigenen Menüpunkt für Home Office gibt, der auf der Startseite direkt als eine der beliebtesten Kategorien beworben wird.

Der auf Werbe-Artikel spezialisierte B2B-Versender Schneider wiederum bewirbt in einem aktuellen Mailing verschiedene Schokolade unter dem Motto „Home-Office-Versüßer“ (siehe Foto). Denn die Versender wissen, dass sich ihre Zielgruppe nun verstärkt im Home Office befindet – und versuchen mit einer entsprechenden Ansprache, den Ton ihrer Kunden zu treffen. So etwas kann helfen, das eigene Sortiment zu verkaufen – auch wenn jetzt Kunden vielleicht lieber Lebensmittel statt Elektronik ordern.

3. Nachfrage steuern und Kunden transparent informieren

Wenn sich die Kunden-Nachfrage von Offline zu Online verschiebt, wird es auch im E-Commerce schnell stressiger für Händler. So kann sich Notebooksbilliger.de zwar aktuell über ein „erhöhtes Aufkommen an Online-Bestellungen“ freuen. Gleichzeitig steigt aber auch der Aufwand, um Aufträge abzuarbeiten.

Deshalb informiert der Elektronik-Händler direkt auf der Startseite seines Online-Shops transparent über diese Ausnahmesituation – und deckelt zudem die Bestellmenge pro Auftrag, um möglichst alle Kunden bedienen zu können. Wegen einem erhöhten Bestellaufkommen bittet Zooplus aber nicht nur um „Geduld und Verständnis“. Der Tierbedarf-Spezialist appelliert zudem an Kunden, nur bei einem konkreten Bedarf und mit Rücksicht auf andere Kunden zu bestellen. Dazu gibt es den Hinweis, dass sich Kunden auf drei zusätzliche Liefertage einstellen sollen. So schafft man von Beginn an Klarheit – bevor nachher alle Kunden die Hotline anrufen und nachfragen, wo denn ihre Bestellung bleibt.

Weitere Praxis-Tipps für Händler in der Corona-Krise liefert dieser Beitrag auf neuhandeln.de. Wer sich direkt mit den Kollegen austauschen will, bekommt Unterstützung in dieser neuen LinkedIn-Gruppe.

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Über Stephan Randler 2490 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.