„Zahlungskräftige Kunden“: Madeleine startet in Russland

Der auf den Versandhandel mit Damenmode spezialisierte Textilversender Madeleine will im Ausland wachsen. Deshalb soll im laufenden Jahr unter der Internet-Adresse Madeleine.ru ein Online-Shop für Kunden in Russland seinen Betrieb aufnehmen. Damit geht bereits der siebte Shop für Kunden im europäischen Ausland an den Start, nachdem Madeleine bereits Kunden in Belgien, Frankreich und Holland sowie Griechenland, Österreich und der Schweiz bedient.

Madeleine ModeDie Madeleine Mode GmbH verkauft eigene Kollektionen (Bild: Screenshot)

Interessant ist, dass sich Madeleine ausgerechnet jetzt mit einer Expansion nach Russland beschäftigt. So waren beispielsweise beim Otto-Konzern die Handelsumsätze in Russland im vergangenen Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 28. Februar) um 25 Prozent auf 412 Mio. Euro eingebrochen, was an der Ukraine-Krise und dem massiven Verfall des Rubel-Kurses lag.

Für Madeleine-Geschäftsführer Alexander Weih ist der russische Markt dennoch interessant, weil man in Osteuropa eine zahlungskräftige Kundenzielgruppe vorfinde, während parallel der Wettbewerb im exklusiven Modehandel zurückgehe. Vor diesem Hintergrund plane man die Expansion nach Osteuropa, obwohl die Situation für Geschäftstreibende in Russland aufgrund der politischen Unsicherheiten und der Rubelschwäche derzeit natürlich schwierig sei.

Völliges Neuland ist Russland bei für Madeleine übrigens nicht. Denn der Mode-Versender vertreibt seine Ware in Russland bereits über Exporte und verfügt damit nach eigenen Angaben bereits über eine gute Markenbekanntheit, was den Verkauf über einen eigenen Online-Shop erleichtern soll. Mit einem eigenen Online-Auftritt will der Mode-Versender aus Zirndorf (Bayern) zudem auf lokale Marktgegebenheiten und auf Währungsveränderungen besser reagieren können, indem beispielsweise Preise online kurzfristig angepasst werden.

Kooperationsmodell: KupiVIP soll Madeleine neue Kunden beschaffen

Angeboten wird in Russland allerdings nur ein Teil des Madeleine-Sortiments. Das hat seinen Grund. Denn bislang beliefert Madeleine seine Kunden im europäischen Ausland zentral über das deutsche Versandlager. In Russland ist diese Vorgehensweise nicht praktikabel, weil die Kunden sonst zu lange auf ihre Pakete warten müssen. Aus diesem Grund wird in Russland ein Warenbestand bei Dienstleistern bevorratet, allerdings eben nicht das komplette Sortiment.

Um neue Kunden in Russland zu gewinnen, kooperiert Madeleine zudem mit dem heimischen E-Commerce-Unternehmen KupiVIP, das auch den gleichnamigen Shopping-Club betreibt. Wie genau die Kunden gewonnen werden sollen, verrät Madeleine nicht. Der Dienstleister erhält aber eine Vergütung, wenn Madeleine neue Kunden erreicht. Auf diese Weise will der Mode-Versender den russischen Markt mit geringen Kosten und geringem Risiko erschließen.

Die Madeleine Mode GmbH ist ein Unternehmen der Versendergruppe TriStyle Mode, zu der auch der Mode-Versender Peter Hahn gehört. Zielgruppe der beiden Versandhändler sind Kunden im gehobenen Alter (Best Ager). In Kürze soll die Handelsgruppe verkauft werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/2014 (Stichtag: 30. September) konnte Madeleine einen Gesamtumsatz von 161,6 Mio. Euro netto erzielen, wovon über 60 Mio. Euro und damit mehr als ein Drittel über die Aktivitäten im Ausland erzielt wurde. Zum Vorjahr hatte das Geschäft mit einem hauchdünnen Plus von 0,6 Prozent stagniert, was auch am Exportgeschäft nach Russland lag – hier musste Madeleine Mode nämlich „deutliche Einbußen“ hinnehmen.

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Über Stephan Randler 3153 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.