Windeln.de: Gründer gehen von Bord, Amazon-Manager übernimmt

Bei der Windeln.de SE wechselt das Management. Demnach verlassen bald mit Konstantin Urban und Alexander Brand die beiden Gründer den Spezialversender, die momentan noch als Geschäftsführer tätig sind. Beide werden am 31. März 2018 aus dem Multishop-Unternehmen ausscheiden, wenn ihre Verträge enden. Einen neuen Chief Executive Officer (CEO) hat der Aufsichtsrat bereits bestellt.

Windeln.de Management
Alexander Brand (links) und Konstantin Urban (Bild: Windeln.de SE)

Neuer CEO wird demnach Matthias Peuckert, der 2018 bei der Windeln.de SE das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernehmen wird. Der Neuzugang wird zunächst für drei Jahre bestellt und war zuvor seit 2003 für Amazon in Deutschland tätig, wo er unter anderem „Core Consumables“ (inklusive Babyartikel) verantwortet hatte. Er bringt daher nicht nur E-Commerce-Erfahrung mit, sondern kennt auch das Sortiment des Spezialversenders.

Die beiden Gründer Brand und Urban (siehe Foto) werden im Rahmen eines geordneten Übergangs und im besten Einvernehmen aus dem Vorstand ausscheiden, wie die Windeln.de SE offiziell mitteilt.

Weitere Veränderungen gibt es nicht im Management-Team, die zwei Kollegen Nikolaus Weinberger (Chief Financial Officer) und Jürgen Vedie (Chief Operating Officer) bleiben als Vorstände an Bord. Der Vertrag mit Finanzchef Weinberger wurde gerade bis zum 31. März 2021 verlängert, nachdem sein Arbeitspapier ebenfalls am 31. März 2018 ausgelaufen wäre. Der Vertrag von COO Vedie läuft noch bis zum 30. Juni 2019, da er erst vor einem guten Jahr zum Spezialversender gewechselt war.

Der Konzern hatte das Jahr 2016 mit einem Netto-Umsatz von 194,8 Mio. Euro abgeschlossen. Damit konnte der Spezialversender zwar um 21 Prozent zulegen. Ein Jahr zuvor stand aber noch ein deutlich höheres Wachstum von 76 Prozent in den Büchern. Kein Wunder: So hatte man im Frühjahr ein neues ERP-System eingeführt, wodurch es in Deutschland zu Problemen bei Lieferungen und Retouren kam.

Dazu änderte die chinesische Regierung ihre Importregeln, weshalb Kunden aus China weniger bestellten. Um Strukturen zu vereinfachen, wurde zudem der Shopping-Club Nakiki geschlossen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verschlechterte sich von -19,4 Mio. (2015) auf -35,3 Mio. Euro (2016). Als Gründe nennt der Konzern die „ganzjährige Konsolidierung“ der Feedo-Gruppe und Bebitus sowie das Geschäft des „derzeit wenig profitablen“ italienischen Online-Shops Pannolini.

Pannolini war im Mai 2015 gestartet, im dritten Quartal 2015 hatte der Konzern die Feedo-Gruppe mit Online-Shops in der Slowakei, Polen und Tschechien übernommen. Seit dem vierten Quartal 2015 ist man zudem in Portugal, Frankreich und Spanien aktiv, wo man sich mit Bebitus verstärkt hatte. In der Schweiz verkauft der Konzern dazu mit den Online-Shops Windeln.ch, Kindertraum.ch und Toys.ch.

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